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Jig-Schiene

Tagsüber entfaltet die Kaumuskulatur normalerweise Kräfte von maximal 10 Kilopond (entspricht Kilogramm) wenn wir beispielsweise ein etwas härteres Stück Fleisch kauen. Zum Abbeissen von einem Apfel oder einem Stück Brot reichen in aller Regel 3 Kilopond aus. Bei der nächtlichen Stressverarbeitung wurden in Studien jedoch Kräfte bis zu 300 Kilopond (!) gemessen. Solche Kräfte kommen tagsüber nie vor. Trotzdem müssen diese Kräfte, wenn sie nachts auftreten aufgefangen werden. Hierbei kommt es zu extremen Belastungen der Zähne, der Kiefergelenke, der Nackenmuskulatur und vor allem der Halswirbelsäule.

Abb. 1 Jig-Schiene (Aufsicht)

Eine Jig-Schiene (Abb. 1) kann hier Abhilfe schaffen. Sie sitzt im Oberkiefer und hat hinter den Frontzähnen einen Aufbisstisch. Wenn sie mit eingesetzter Jig-Schiene zubeissen, haben nur die unteren Frontzähne Kontakt zu dem Aufbisstisch – alle anderen Zähne “hängen in der Luft” (vgl. Abb. 2). Die Jig-Schiene macht sich einen Schutz-Reflex des Trigeminus-Nervs (Nerv, der die Zähne versorgt) zu Nutze:

Registriert der Nerv einen Starken Kontakt auf den unteren Frontzähnen (schwächste, weil kleinste Zähne im Gebiss) bei gleichzeitiger Nichtbelastung aller anderen Zähne, wird die Kraftentfaltung der Kaumuskulatur auf 3 – 5 Kilopond gedrosselt. Damit soll ein Schaden an den Zähnen durch zu starke Belastung verhindert werden. Das bedeutet, dass Ihre Kaumuskulatur bei eingesetzter Jig-Schiene nur noch Kräfte von maximal 5 Kilopond beim Knirschen entfalten kann. (im Gegensatz zu den bis zu 300 Kilopond ohne Jig-Schiene!). Dadurch werden sie in der Nacht nicht an der Stressverarbeitung gehindert, aber die unnatürlich hohen Kräfte können nicht auftreten. Somit kann das gesamte Kausystem zur Ruhe kommen. Sollten Sie orthopädische Beschwerden haben (Rückenschmerzen, Kopf-, Schulter-, Nackenschmerzen, Schwindel oder Tinnitus) die von den Zähnen verursacht werden, verschwinden diese Beschwerden nach einer Tragezeit von 4 – 6 Wochen oder bessern sich zumindest deutlich spürbar. Sollte dies der Fall sein, hat man den Beweis, dass die Zähne für die Beschwerden (mit-)verantwortlich sind/waren. Sollte sich nach dieser Zeit keinerlei Verbesserung der Beschwerden einstellen, können die Zähne als Ursache mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Die Ursache muss dann von anderen Fachbereichen abgeklärt werden (Orthopäde, Physiotherapeuth, Osteopath, Optometriker, Podologe, o.Ä.)

Abb. 2 Jig-Schiene von vorne - Nur die Frontzähne haben Kontakt; die Seitenzähne "hängen in der Luft"

Die Wirkungsweise der Jig-Schiene können Sie sofort selbst ausprobieren:

Beissen Sie mehrmals fest zusammen und tasten Sie dabei Ihre Schläfe ab. Sie werden einen Punkt finden, an dem Sie die Muskelaktivität eines Kaumuskels (muskulus temporalis) spüren als Anschwellen des Muskelbauchs. Wenn Sie diesen Unterschied zwischen An- und Entspannung spüren, lassen Sie Ihre Hand genau an diesem Punkt. Mit der anderen Hand nehmen Sie einen Bleistift, legen das Stiftende zwischen Ihre Frontzähne und beissen wieder fest zu. Sie werden feststellen, dass der Muskelbauch jetzt nicht mehr anschwillt! Dies zeigt Begrenzung der Muskelkraft durch den Trigeminus-Nerv!

Wenn Sie die Vermutung haben, dass Ihre Beschwerden von Ihrem Biss kommen könnten, vereinbaren Sie einen Beratungstermin. Mit der Jig-Schiene und einigen einfachen Tests finden wir schnell heraus, ob Ihre Zähne für Ihre Beschwerden verantwortlich sind oder nicht!