Über Sinn und Unsinn einer Wurzelspitzenresektion

wenn an einem wurzelkanalbehandelten Zahn eine Entzündung besteht wird oft gesagt: „Da machen wir eine Wurzelspitzenresektion“ Dabei wird die entzündete Wurzelspitze chirurgisach entfernt. Dies macht aber häufig keinen Sinn. Es kommt nämlich darauf an, wie es zu der Entzündung kam. Es gibt 2 Möglichkeiten:

1.) Man stellt auf dem Röntgenbild die Entzündung des noch lebenden Zahnes fest (der Nerv wurde noch nicht entfernt). Daraufhin wird an dem Zahn eine Wurzelkanalbehandlung durchgeführt in der Hoffnung, dass die Entzündung nach Entfernung des entzündeten Nervs ausheilt. Dazu ist es enorm wichtig den Eingang des Wurzelkanals nach Einbringen der Wurzelfüllung absolut bakteriendicht zu verschließen. Es dürfen keine Bakterien mehr von oben an die Wurzelfüllung gelangen. Dies geschieht am besten mit einer kleinen dentinadhäsiven Füllung aus lichthärtendem Kunststoff. Ist der Wurzelkanal absolut dicht verschlossen und wurde der Kanal sorgfältig gereinigt, macht eine Wurzelspitzenresektion Sinn, wenn die Entzündung an der Wurzelspitze nicht innerhalb von ca. 5 – 9 Monaten von alleine ausheilt.

 

2.) Der viel häufigere Fall ist aber, dass ein Zahn „irgend wann einmal“ wurzelkanalbehandelt wurde und die erste Zeit auch entzündungsfrei war. Plötzlich stellt man nach einiger Zeit  fest, dass der Zahn jetzt doch eine Entzündung an der Wurzelspitze aufweist. Wenn der Zahn anfangs „in Ordnung“ war und nach längerer Zeit dann doch eine Entzündung an der Wurzelspitze aufweist, bedeutet das praktisch immer, dass die Füllung in dem Zahn (oder die Krone etc.) „undicht“ geworden ist und Bakterien an den oberen Kanaleingang gekommen sind (und noch kommen!).

Laut wissenschaftlicher Studien dauert es maximal 80 – 90 Tage bis Bakterien, die an den Kanaleingang gelangt sind sich bis an die Wurzelspitze „hinuntergehangelt“ haben. Der Wurzelkanal ist dann also wieder mit Bakterien besiedelt und von oben kommen ständig neue nach. Leider wird auch hier allzu oft eine Wurzelspitzenresektion empfohlen. In diesem – wie gesagt viel häufigeren Fall – macht sie aber absolut keinen Sinn! Damit wird in diesem Fall nämlich nicht die Ursache beseitigt, sondern das Symptom (das ist so, als wenn bei Ihrem Auto die Kontrollleuchte für den Ölstand leuchtet (Sie sollten also Öl nachfüllen!) und Sie dann einfach das Birnchen herausschrauben und meinen, die Sache wäre damit erledigt).

Wenn ein solcher Zahn nicht noch einmal komplett gereinigt wird (Entfernung der Füllung – Entfernung der alten Wurzelfüllung – mechanische und Chemische Reinigung des Wurzelkanals – Einbringen einer neuen Wurzelfüllung – dichter Verschluss mit einer neuen dentinadhäsiven („geklebten“) Füllung) hat eine Wurzelspitzenresektion keine Aussicht auf einen langfristigen Erfolg!

Wird der Zahn hingegen nochmals gründlich gereinigt,  sind wir wieder bei 1.). Dies sollte man wissen, denn ich glaube niemand möchte sich einer (wenn auch kleinen) Operation unterziehen, wenn es nicht unbedingt nötig ist (oder keine Aussicht auf einen langfristigen Erfolg hat).

704 Antworten auf „Über Sinn und Unsinn einer Wurzelspitzenresektion“

  1. Sehr geehrter Herr Schmidt,

    ich benötigen dringend Ihren Rat zur Entscheidung OP (WSR und Zystenentfernung) oder Extraktion.

    Ich bin 30 Jahre alt und habe seit 1 Jahr immer wieder teils starke Schmerzen am Oberkiefer/Gaumen über dem 26er, meinem Problemzahn.

    Vorgeschichte:
    Der Zahn wurde vor ca. 18 Jahren erstmals behandelt. Kurz darauf erinnere ich mich an starke Beschwerden und eine WF im Notdienst. Etwa 4-5 Jahre danach ist beim Biss auf etwas Hartes ein Teil abgebrochen. Der Restzahn wurde mit einer Kunststofffüllung versorgt. Erst vor etwa 9 Jahren haben ich den Zahn dann überkronen lassen, leider nachdem sich das Zahnfleisch auf der Gaumenseite schon deutlich zurückgebildet hatte.

    Aktuell:
    Vor 1 Jahr traten erstmals sehr starke Schmerzen und Druckempfindlichkeit am Gaumen/ Oberkiefer auf. Mein derzeitiger Zahnarzt hat die Stelle geröntgt und eine Entzündung erkennen können, wollte den Zahn aber zunächst Ruhe lassen. Ich habe den Zahn in kurzen Abständen kontrollieren lassen und immer wieder teils stärkere, aber kurzzeitige Schmerzen gehabt (meist am nächsten Tag wieder komplett weg). Im November habe ich dann in 3 Sitzungen eine neue problemlose Wurzelbehandlung durchführen lassen. Nun hatte ich vor 1 Woche wieder die starken Schmerzen und habe mir vorgenommen das Problem endlich an der Wurzel zu packen. Mein ZA hat daraufhin einen Wurzelkanal wieder geöffnet, gereinigt und provisorisch verschlossen. Auf mein Drängen auch mit Blick meine aktuelle Familienplanung (könnte ggf. bereits schwanger sein) mir eine Überweisung an den MKG Chirurgen mit Notiz WSR gegeben. Nun war ich bei zwei Kieferchirurgen mit unterschiedlicher Einschätzung. Arzt1 hat aufgrund einer großen normalen Röntgenaufnahme eine 2cm große Zyste erkannt und zur OP/Entfernung der Zyste mit WSR geraten, allerdings ohne Garantie ob der Zahn erhalten werden könne. Arzt2 hat auf meinen Wunsch hin eine DVT-Aufnahme gemacht, obwohl er nach meiner ersten Schilderung bereits auf Extraktion hinwies, was mich so ohne Bild schon stutzig machte. Nunja, er erkannte auf der 3-D-Aufnahme auch eine sehr große Zyste mit Belastung zum Nachbarzahn und Ausweitung zum Gaumen. Er hat mich nun wieder zu meinem ZA geschickt, um abzuklären ob an dem Nachbarzahn 27 keine Karies besteht (?). Er rät zur Extraktion. Die Zyste würde sich damit erledigen.

    Entschuldigung für die lange Beschreibung, aber ich bin schon sehr verwirrt, was ich tun soll. Extraktion und Implantat sehe ich zwar auch als Möglichkeit, aber zwei Zähne verlieren?? Zahnlücke?? Was ist die beste Behandlung bei der großen Zyste?? Wie bringe ich die Behandlung (ggf. Extraktion) und Implantation zusammen mit einer möglichen Schwangerschaft??

    Vielen Dank vorab und Grüße
    Frau K.

    1. Hallo Frau Kaufmann,

      wenn der 27 evtl. eine Karies hat dann bedeutet das, dass er vielleicht eine Füllung braucht – das hat mit WKB, WSR oder Extraktion nichts zu tun. Wir reden also weiterhin nur vom Zahn 26. Wenn Arzt2 ein DVT gemacht hat, kann er wahrscheinlich die Situation besser beurteilen als Arzt1. Im Zweifel können Sie aber auch mit dem DVT nochmal zu Arzt1 gehen und um seine Meinung bitten. Evtl. wird er dann auch zur Extraktion raten, wenn er das genaue Ausmaß des Prozesses erkennen kann. (Vielleicht aber auch nicht). Von der Schilderung her bin ich bei dem 26 auch eher bei Ex und danach Impl. Man kann eine WSR versuchen, es gibt aber keinerlei Garantie ob der Zahn danach nicht vielleicht doch noch raus muss (wenn nicht gleich, dann wahrscheinlich in max. 2-3 Jahren) und eine Resektion einer palatinalen Wurzelspitze ist (nach eigener Erfahrung) nicht so lustig. Deshalb tendiere ich Ihren Schilderungen nach zur Extraktion.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

      1. Sehr geehrter Herr Dr. Schmidt,

        vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!

        Ja, die Extraktion von 26 ist wohl die einzige vernünftige Lösung! Für die notwendige Versorgung und den Erhalt von 27 werde ich mich natürlich weiter einsetzen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Halteapparat durch die Extraktion von 26 so stark beschädigt werden kann. Zumal selbst der kronisch kranke 26 derzeit noch bombenfest zu sitzen scheint. Ich hoffe vor allem, dass auch die große Zyste gut entfernt werden kann und die Wunde anschließend gut verheilt.

        Noch einmal vielen Dank für Ihre Expertise. Ich glaube, Sie nehmen sich hier mehr Zeit für die Schilderungen der Leidensgenossen als ein durchschnittlicher Arzt mit seinem Patienten vis-a-vis.

        Beste Grüße
        Frau K.

        1. Hallo nochmal,

          Wenn der 27 bisher keinen Schaden genommen hat durch die Entzündung am 26 ist alles OK. Durch die Extraktion des 26 wird er sicherlich nicht beeinträchtigt. Karies ist auf einem DVT nur schlecht zu beurteilen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass der 27 gar nichts hat. Eine eventuelle Karies ist aber mittels eines „normalen“ Rö-Bildes oder einer Kaltlichtquelle wesentlich sicherer zu diagnostizieren-deshalb die „Rücküberweisung“ zu Ihrem ZA. Ich wünsche Ihnen alles Gute.

          Mit freundlichen Grüßen
          Dr. Achim Schmidt

          P.S.: es freut mich sehr, dass Sie den „Service“ hier zu schätzen wissen. Vielen Dank für die Blumen!!

  2. Werter Hr. Dr. Schmidt,
    noch ein kleiner Zusatz: keine Schwellungen im Gesicht, keine Druckempfindlichkeit, kein Druck bei Kopf nach unten haengen lassen. Gesamthaft aber fühle ich mich nicht fit, bin nach 1 km gehen schon recht kaputt. Nervlich auch angeschlagen. Der Urlaub soll Vietnam sein. Nach Wackeln mit dem Kiefer (seitliches Verschieben) nimmt Schmerz zu. Morgens nach dem Aufstehen ist fast kein Schmerz da. Das Roentgebild zeigte gar nichts. Bei der WSR gab es einen Kieferhoehlendurchbruch. Aber alles gut verheilt ohne Schmerzen. bin 34. nehme Cefuroxim, kaum Linderung. Sehe auch nicht bedonders fit aus, Augen gerötet und Augenringe.
    Die Wangenspitze kribbelt, pulsiert leicht, dauerhafter Druck und Ziehen teils bis zum Auge. Soll ich dem Zahn nicht besser bis Dienstag ziehen lassen? Eine zweite WSR möchte ich nicht. Vielen lieben Dank! T. Stephan

    1. Hallo Herr Stephan,

      das ist schwierig. Das könnten trotzdem noch „interne Nachwehen“ von der OP sein. Durch die Anästhesie werden die Gefäße verengt, wodurch sowohl die Versorgung als auch die „Entsorgung“ im Gewebe kurzzeitig gestört ist. Wenn es davon kommt, könnten Heilinjektionen (3-5 im Abstand von jeweils 4-7 Tagen) helfen. Da ist nur das Problem mit Ihrem Urlaub. Vor diesem Hintergrund wäre natürlich auch eine Extraktion denkbar. Die Entscheidung kann ich Ihnen aber nicht abnehmen. Nach Ihrer Beschreibung sehe ich eigentlich schon eine Chance den Zahn zu erhalten – durch den Termindruck wird es aber wohl doch eher auf die Extraktion hinauslaufen. Ich wünsche Ihnen jedenfalls alles Gute!

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  3. Sehr geehrter Herr Dr. Schmidt,
    am 13.12.14 hatte ich eine WSR am 6er (oben links).Seit Weihnachten hatte ich vermehrt ein Kribbeln in der Wange, dies ist nun zu einem maessig intensiven Dauerkribbeln geworden. Gelegentlich erstreckt es sich bis an die Nase und die Augenhöhle. Das HauptSymptom bleibt aber das kribbelnde, teils leicht brennende Druckgefuehl in der Wange (einseitig).ich habe keine Schleimbildung, keinen Schnupfen. Auch keinen Schmerz beim Kauen.die Wunde ist super verheilt. der Zahn ist aber leicht seitlich druckempfindlich und ich bilde mir ein, dass der Schmerz in der Wange dann zunimmt. ich nehme bereits seit 1 Woche AB.Ich denke an Extraktion, meine Ärztin meinte, es wäre eine Kieferhöhlenentz. Ich glaube das nicht. Fahre am 16.1. einen Monat in Urlaub und bin verzweifelt. Ziehen lassen oder nicht? Dankeschön für Ihre Hilfe. Gruß, T.Stephan

  4. Sehr geehrter Herr Schmidt,

    ich hatte schon vor ca 6 Jahren eine Wurzelbehandlung. Seit einer Woche habe ich Schmerzen an diesem Zahn und Zahnfleisch. Nun hat sich eine Wurzelspitze entzündet und ebenso hat sich Eiter gebildet, der knubbelartig am Zahnfleisch zum Vorschein kommt. Mein Zahnarzt hat mich zum Kieferchirurgen überwiesen. Dieser hat heute Mittag den Knubbel geöffnet und Eiter abgelassen. Nun nehme ich ein Antibiotikum und soll mir über das Wochenende überlegen, ob ich eine Wurzelspitzenresektion oder die komplette Entfernung des Zahnes wünsche. Nach Ihrem Artikel bin ich mir nun sehr unsicher. Denken Sie, dass eventuell eine erneute Wurzelbehandlung ausreichen würde, um die Entzündung zu entfernen? Oder ist dies nicht zutreffend, wenn es sich um eine große Entzündung mit Eiter handelt?

    Lieben Dank im Voraus

    1. Hallo Frau Kurz,

      wenn sich unter dem Zahn Eiter gebildet hat, wird es mit einer neuen Wurzelfüllung nicht getan sein. Man könnte es mit einer Ortho-WSR versuchen (neue WF und WSR in einer Sitzung); ich denke aber dass in diesem Fall die Entfernung des Zahnes langfristig die bessere Alternative ist.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  5. Guten Tag Herr Dr. Schmidt,

    bei mir wurde im Mai 2014 eine Wurzelbehandlung durchgeführt. Etwa zwei Wochen später hatte ich leichte drückende Schmerzen, mein Zahnarzt hat ein Rö-Bild gemacht und eine Zyste gesehen. Danach hieß es Antibiotikum drauf und abwarten. Im Dezember 2014 war ich zur Kontrolle und die Zyste war immer noch da, sodass er mir eine WSR angeraten hat. Einen Termin habe ich im April 2015.
    Nun bin ich mir sehr unsicher, ob ich es wirklich machen lassen sollte. Zum einen ist es bei mir im Moment finanziell eng, d.h. ich könnte mir im Moment wahrscheinlich keine Krone leisten, zum anderen hatte ich in dem Zahn seit Mai 2014 überhaupt keine Schmerzen oder Beschwerden mehr und bin deshalb am überlegen, ob man den Zahn vielleicht nicht lieber in Ruhe lassen sollte und eine Rückbildung der Zyste vielleicht doch noch nicht auszuschließen ist?
    Was würden Sie in diesem Fall empfehlen? Ist eine WSR Ihrer Meinung nach dringend notwendig oder könnte man durchaus noch ein paar Jahre warten? Wie schnell in etwa kann sich so eine Zyste vergrößern und andere Zähne schädigen?

    Vielen Dank!
    Eva

    1. Hallo Frau Kubicova,

      die Entzündung an der Wurzelspitze wird sicher nicht von alleine vergehen. Sie stellt eine andauernde Belastung für das Immunsystem dar. Wenn Sie ansonsten gesund sind und keinerlei Probleme haben, können Sie auch noch warten. Aber die Situation wird sich sicherlich nicht von selbst lösen. Früher oder später müssen Sie die Sache angehen. Je früher desto besser. Wann das aber ist, entscheiden Sie alleine.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  6. Lieber Herr Schmidt,

    bei mir wurde Anfang November mit einer Wurzelbehandlung begonnen. Erst schien sich alles zu beruhigen. Bei der zweiten Behandlung wurde dann auch die 4. Wurzel gefunden alles gereinigt und noch mal ein Mediaktemt eingegeben. Eine Woche später löste sich das Provisorium und dann wurde alles schlimmer. Das Provisorium hat sich dann insgesamt 3 x gelöst. Vielleicht sind da noch mal Bakterien in den Zahn gekommen. Gestern wurde der Zahn noch mal gespült und ich nehme seit gestern ein Antibiotikum. Leider scheint noch gar nichts zu wirken. Ich mach mir gerade Sorgen um meine Zähne, die ich immer so gut gepflegt habe. Ich habe Angst, dass sich die Bakterien weiter im Knochen ausbreiten. Was würden Sie denn raten? Erst noch mal ein paar Tage abwarten? Den Zahnarzt wechseln? WSR? Zahn ziehen?

    Vielen Gruß

    Anna

    1. Hallo Anna,

      ich würde den Zahn unmittelbar vor der WF mittels apdT behandeln lassen (siehe unsere Website – Laser). In der selben Sitzung sollte die WF gemacht werden. Die Wurzelkanaleingänge sollten mit fliessendem Komposit bakteriendicht verschlossen werden. Danach sollte Ruhe sein. Falls nicht, kann man eine WSR „nachschieben“.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  7. Hallo Hr. Dr. Schmidt,

    erstmal vielen Dank, dass Sie sich soviel Zeit hier für alle Betroffenen nehmen.

    Auch ich schwanke zwischen zwei Entscheidungen WSR vs. Zahn ziehen.

    Vor bereits einem Jahr hatte ich an dem betroffenen Oberkieferbackenzahn eine WSR von 3 Wurzelspitzen, da die Spitzen stark entzündet waren und sich eine Eiterfistel gebildet hatte.

    Ich entschloss mich zu einer WSR. Dann war auch für ca. 10 Monate ruhe. Seit ca. 2 Monaten haben ich Druckschmerz und einen schmerzenden dicken Lyphknoten am Hals (Sonstige Entzündungen im Körper und andere Ursache für die Schwellung wurden erstmal ausgeschlossen)

    Jetzt wurde ein Röntgenbild angefertigt, welches zeigt, dass wieder eine der 3 behandelten Spitzen entzündet ist und es steht erneut die Frage im Raum WSR vs. Zahn ziehen.

    Ich muss noch ergänzend hinzufügen, dass ich 2012 eine Myokarditis hatte und daher eher vorsichtig bei solchen Sachen sein muss. Eine AVM, die jetzt in der kommenden Zeit behandelt werden soll ist auch noch vorhanden.

    Was würden Sie empfehlen zu tun?

    Vielen Dank

    Gruß Marco

  8. Guten Morgen Herr Dr. Schmidt, ich möchte mich (nochmals) an Sie wenden, wir hatten am 23.11.2014 ja bereits geschrieben im hiesigen Blog. Also, der wurzelbehandelte 1-4er ist immer noch nicht final verschlossen. Mein behandelnder ZA hat nun mittlerweile das 3. Mal Medikamente in die Wurzelkanäle eingefüllt. Das Problem war, dass ich nicht absolut sicher war, ob denn die Schmerzen rund um den 1-4er nun wirklich vollkommen weg waren. Irgendwo bin ich im Laufe der Zeit rund um den betroffenen Prämolar halt total sensibilisiert, man mag auch sagen, zu weich geworden.
    Die eigentlichen Druckschmerzen, vor allem, wenn man den 1-4er von außen nach innen gedrückt hatte, sind nun wohl fast weg, so dass wir uns entschlossen hatten, am 11.12.2014 den Zahn endgültig zu verschließen. Daraus wurde leider nichts, weil ich just zu diesem Zeitpunkt einen grippalen Infekt bekam. Da ich mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit, verschlossenen Ohren & Co. weder dem Zahnarzt noch mir die Behandlung zumuten wollte, haben wir diese nach Absprache weiter verschoben. Der Zahnarzt meint, dass die Medikamente (ich glaube, Natriumhypochlorid o.ä. (?)) noch leicht bis Januar wirken würden.
    Nun ja, der grippale Infekt zog sich in die Länge, da war nix mit nach einer Woche vorbei. Dazu kamen immer wieder Kopfschmerzen, diese waren relativ einseitig rechtsseitig angesiedelt.
    Nach etwa 10 Tagen hat mir mein Hausarzt dann doch ein Breitbandantibiotikum gegeben, ich halte eigentlich nichts von einer Antibiose ohne vorherigen Nachweis einer bakteriellen Ursache, hatte aber auch keine rechte Idee, was es denn wirklich sein könnte. Also 6 Tage das Antibiotikum genommen, dazu zeitgleich wegen der doch ständig vorhandenen Kopfschmerzen irgendein Brausetabletten-Mix, was „magenfreundlich“ sein soll.
    Inzwischen denke ich, dass der grippale Infekt wohl relativ abgeklungen ist. Die Ohren sind wieder frei, und soweit scheint alles in Ordnung zu sein. Geblieben sind die blöden Kopfschmerzen, die mich doch ganz schön nerven. Anfänglich dachte ich, dass diese von der Nackenmuskulatur kämen, hatte das Gefühl, als ob das von „hinten rechts“ so hochzieht. Aber mittlerweile sind die Kopfschmerzen eher rechts oben, ziemlich mittig, angesiedelt. Es sind dabei keine super starken Schmerzen, irgendwo zu ertragen, gleichwohl total nervig. Außerdem ist es dem Körper in Bezug auf entstehende Abhängigkeiten bestimmt nicht unbedingt zuträglich, täglich bis zu 1,5g Ibuprofen zu nehmen.
    Außerdem habe ich, wenn ich den behandelten 1-4er leicht mit der Zunge nach außen drücke, immer noch ein indifferentes Schmerzgefühl, oder soll ich sagen, irgendwie taub oder ….. es ist so schwer zu beschreiben, auf jeden Fall meine ich, dass da an der Wurzel des 1-4ers noch irgendwas ist.
    Hatte vor 3 – 4 Jahren auch mal eine Pansinus-OP, meine aber, dass die Schmerzen irgendwo so ähnlich waren.

    Das blöde ist, dass der 1-4er ja der vordere Pfeiler einer KBK-Konstruktion von 1-4 bis 1-6 ist, ansonsten hätte ich mich längst getrennt von dem nervigen Zahn. Nun meine Frage(n):
    Sehen Sie einen Zusammenhang zwischen den rechtsseitigen Kopfschmerzen und der WKB am 1-4er?
    Sehen Sie weiterhin, dass eine WZR hier abhilfe schaffen kann, oder würden Sie noch zuwarten?
    Kann es sein, dass der „Wurzelbereich“ um den 1-4er durch das zu lange Warten vor der WKB irgendwo traumatisiert ist? Schafft in diesem Zusammenhang dann eine Extraktion gegenüber einer WZR endgültige Linderung?
    Sorry für den langen Text, aber das Thema scheint mir nur aus ganzheitlicher Sicht verständlich zu sein. Ich wünsche Ihnen noch ein paar geruhsame Feiertage und freue mich über eine Antwort.

    1. Hallo Frank,

      Zusammenhänge zwischen dem Zahn und Ihren Beschwerden sind möglich, aber nicht zwingend vorhanden. Man könnte versuchen den Zahn mit einem lange wirkenden Anästhetikum anzuspritzen (z.B. mit Carbostesin => wirkt ca. 8 h). Wenn während der Wirkung des Anästhetikums die Beschwerden abklingen und danach wieder kommen ist der Zusammenhang zwischen den Beschwerden und dem Zahn nachgewiesen. Ändert sich an den Beschwerden nichts, ist er wohl nicht der Schuldige.
      Wenn der Zahn nach so langer Zeit und 3x Med immer noch nicht Ruhe gibt, würde ich auf jeden Fall zu einer Ortho-WSR (WF & WSR in einer Sitzung) raten. Wenn dann immer noch nicht Ruhe ist bleibt nur die Extraktion.
      Die Seitenzähne des OK kommen der Kieferhöhle ziemlich nahe. Aus diesem Grund wäre auch eine Beteiligung der KH durch die Entzündung am 14 denkbar.
      Wegen der schon lange andauernden Problematik würde ich – wie schon gesagt – entweder zur Ortho-WSR oder gleich zur Extraktion raten.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

      1. Sehr geehrter Herr Dr. Schmidt,

        ich bitte nochmals um Ihren geschätzten Rat. Ich hatte mich dann nun doch zur Extraktion des 1-4ers entschlossen, und, siehe da, apikal Granulationsgewebe mit allem drum und dran. Nun ist alles sauber ausgeräumt, und es ist angedacht, etwa im Mai ein Implantat zu setzen.
        Die ursprünglichen Kopfschmerzen waren bereits nach kurzer Zeit verschwunden, soweit so gut. Hatte dann allerdings etwa eine Woche nach der Extraktion des 1-4ers dann plötzlich Schmerzen am 1-6er, vor allem wenn ich seitlich gegen den Zahn drückte. Da der 1-5er ja schon sehr lange fehlt, konnte ich diesmal den 1-6er recht genau als Ursache der Schmerzen festmachen. Der 1-6er ist ja schon vor etlichen Jahren wurzelbehandelt worden.

        Da ich ja nun irgendwo des Leidens überdrüssig war und mit der Extraktion des 1-4ers den ersten Schritt gegangen war, hatte ich zu meinem ZA gesagt, dass wir keine Spielereien anfangen wollen. Wenn wir auch nur die kleinsten Zweifel über den 1-6er haben, dann raus mit dem Zahn. Es wäre ja fatal, wenn wir bei 1-4 ein Implantat setzen, dann KBK von 1-4 bis 1-6 aufbauen und uns dann kurze Zeit später der 1-6er hochgeht. Mein ZA, der natürlich vorrangig auch den Zahnerhalt im Auge hat, sagte darauf hin, dass ich beim mit ihm zusammenarbeitenden Kiefernchirurgen doch vorab ein DVT fahren lassen soll. Dann kann man den Knochen beim 1-4er sowieso betreffend des zu setzenden Implantats besser befunden und zugleich die Wurzeln vom 1-6er betrachten.

        Beim DVT kam nun heraus, dass eine apikale Veränderung palatinal am 1-6er vorliegt (wie Sie hier im Blog schon mehrfach gemutmaßt hatten).
        Da ich schmerzmäßig im 1. Quadranten nun quasi keine Sorgen mehr habe, würde ich um Ihre Einschätzung bzw. Empfehlung zwischen zwei Möglichkeiten bitten: 1. Orthograde WSR oder 2. Extraktion des 1-6ers und dann gleich zwei Implantate setzen (1-4 und 1-6), um dann später KBK in dem Bereich aufzubauen.
        Das Einzige Problem bei Variante 2 sehe ich darin, dass ich dann sicher längere Zeit nicht auf der rechten Seite kauen kann, was derzeit ja mit dem 1-6er und 1-7er und dazugehörendem Gegenbiss leidlich möglich ist.

        Was würden Sie machen? Wie immer freue ich mich über Ihren geschätzten Rat.

        MfG

        Frank

        1. Hallo Frank,

          Man kann sicherlich eine WSR am 16 in Erwägung ziehen. In eine Brücke mit dem 14 würde ich ihn aber keinesfalls einbeziehen. Aus meiner Sicht haben Sie folgende Möglichkeiten:
          1. WSR 16,Impl 14,15 Kronen 14,15,16 => falls dem 16 was passiert, bräuchten Sie dort allerdings noch ein drittes Impl.
          2. 16 ex, Impl. 14,16 => Brücke auf 2 Impl. // würde ich favorisieren
          3. Brücke 16 auf 13 => 13 müsste dazu abgeschliffen werden
          4. 16 ex, Brücke 13 auf 17 => 13&17 müssten abgeschliffen werden

          Für 3. und 4. bräuchten Sie keine Impl. müssten aber eigene Zahnsubstanz opfern.
          1. ist die „schönste“ Lösung, da alle Zähne einzeln stehen – aber eben auch die teuerste.
          2. ist eine solide Versorgung mit guter Langzeitprognose – mein Favorit
          Aber entscheiden müssen Sie selbst…..

          Mit freundlichen Grüßen
          Dr. Achim Schmidt

  9. Guten Abend, Herr Dr.Schmid ,
    auf dem Weg in den Urlaub fiel mir meine Zahnkrone ab. Mein ZA sagte, er muss eine WKB erst machen,bevor er sie wieder aufsetzt. Ich hatte keine Probleme mit dem Zahn vorher. Nach der WKB muss nun eine neue Krone angefertigt werden. Da ich die Cerecmethode wählte,habe ich einen neuen ZA aufgesucht. Der stellte an einem anderen überkronten Zahn Zahnhalskaries fest. Das ist meine beste,schönste Krone ! Der Zahn hat noch nie auch nur einen Mucks von sich gegeben. Ich bin richtig gefrustet, dass die Krone nun runter soll.
    D.h. , ist ja sogar eine Brücke mit drei Zähnen. Muss man zwingend die Brücke runter nehmen ? Kann man irgendwie erkennen,ob der Zahn unter der Brücke kariös ist? Oder kann man das behandeln ohne die Brücke zu zerstören?
    Warum hat mein vorheriger ZA das nicht feststellen können?
    Der wurzelbehandelte Zahn meldet sich auch vermehrt. Wobei ich nicht mal sagen kann,ob es vom Zahn kommt oder von Schulterschmerzen ,die bis ins vordere Schlüsselbein ziehen.
    Gibt es da eine Verbindung? Habe jetzt schon öfter gehört, dass es ausstrahlen kann.
    Über eine Antwort würde ich mich freuen.

    Mfg
    Inge Vadasz

    1. Hallo Frau Vadasz,

      Wenn die Karies wirklich nur am Zahnhals sitzt, könnte man die Krone auch drauf lassen. Allerdings kann man sich nicht sicher sein, wie weit die Karies unter die Krone gekrochen ist. Da man auch mit einem Rö-Bild nicht „unter“ die Krone schauen kann, nimmt man die Krone sicherheitshalber ab und macht nach Inspektion und Säuberung des Zahnes eine neue Krone drauf. Wird Karies unter der Krone übersehen, endet das über kurz oder lang in einer WKB und ein paar Jahre später in der Extraktion des Zahnes. Dies gilt es zu vermeiden – deshalb ist das oben beschriebene Vorgehen das Mittel der Wahl.
      Ich verstehe, daß Sie die Krone nicht unbedingt abnehmen lassen wollen, so lange nichts weh tut. Wenn Sie aber Schmerzen bekommen ist es meist zu spät und wir sind wieder bei der WKB. Deshalb ist „Schmerzfreiheit“ in diesem Fall kein Entscheidungskriterium.
      Ein Zusammenhang zwischen den Schulterschmerzen und dem Zahn ließe sich mittels Neuraltherapie nachweisen bzw. ausschliessen. => spritzt man den Zahn an und die Schmerzen sind für die Dauer der Spritzenwirkung weg, dann hat der Zahn eine Beziehung zum Schmerz. Wenn die Schmerzen dadurch nicht vergehen , besteht kein Zusammenhang.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

      1. Guten Abend Herr Schmidt,

        vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort.
        Ich werde die Behandlung so ausführen lassen. Ihre Antwort hat mir sehr geholfen bei meiner Entscheidung.

        Mfg

        Inge Vadasz

  10. Guten Tag Herr Dr. Schmidt,

    ersteinmal meinen Respekt dafür das Sie hier so umfangreich auf alle Fragen Antworten. Ich habe inzwischen alle Beiträge gelesen und würde Ihnen gerne meinen Fall auch einmal schildern, da ich gerade sehr ratlos bin, was ich machen soll. Zu mir, ich bin 31Jahre alt, gerade Mutter geworden und stille meine knapp 8 Wochen alte Tochter noch voll.
    Ich bin gestern mit Schmerzen zu meinem Zahnarzt gegangen. Dieser röntge den Kiefer und stellte fest, das sich an einem bereits vor ca. 1,5Jahren mit einer Wurzelbehandlung behandelten Zahn (müsste der 16er sein) eine Entzündung an den Spitzen gebildet hat. Dies würde auch zu meinen Schmerzen passen die zum einem darin bestehen, dass der Zahn bei gegendruck auf die Kaufläche weh tut, puckert und auch im oberen Zahnfleisch/Knochen (weiß nicht wie ich es besser beschreiben soll) Bereich schmerzt.
    Er sagte mir das es zwei möglichkeiten gibt, eben die Wurzelspitzenresektion oder den Zahn zu ziehen, sagte aber auch direkt, dass WSR i.d.R. wenig aussicht auf Erfolg hat und in Hinsicht darauf das ich ein „Angstpatient“ bin, er eher zum Zahn ziehen raten würde. Falls ich mich jedoch für eine WSR entscheide, würde er mich an einen Spezialisten (für den die Krankekasse die Kosten nicht übernimmt) überweisen mit dem er schon lange und gut zusammenarbeitet.
    Da ich darüber natürlich erstmal nachdenken musste, ja aber Schmerzen habe, verschrieb er mir ein Antibiotikum und Schmerztabletten. Nächsten Mittwoch, habe ich noch einmal einen Beratungstermin, bei meiner eigentlichen Ärtzin in dieser Gemeinschaftspraxis.
    Auf der einen Seite möchte ich natürlich ungern einen Zahn verlieren mit erst 31, auf der anderen Seite habe ich aber auch wahnsinnige Angst vor den jeweiligen Eingriffen und den dadurch entstehenden Schmerzen, von den Kosten für beide Eingriffe mal ganz abgesehen.
    Ich würde mich sehr über Ihre Meinung freuen.

    Vielen Dank schon mal!
    Mit freundlichen Grüßen
    Veronika

    1. Hallo Veronika,

      Zu aller erst würde ich die WF von vor 1,5 Jahren erneuern und den Zahn von innen nochmal so gut es geht desinfizieren. Die neue WF muss bakteriendicht mit einer adhäsiven Kompositfüllung verschlossen werden. Wenn Sie dann schmerzfrei sind, kann man ca. 6 Monate warten und dann nochmal röntgen. Falls die Entzündung nicht abgeheilt ist, kann man eine WSR durchführen lassen. Stoppt auch das die Entzündung nicht, bleibt nur die Extraktion.
      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

      1. Guten Morgen Dr. Schmidt,

        ganz lieben Dank für Ihre schnelle Antwort, dass hat mir sehr weiter geholfen! Dann werde ich jetzt mal schauen,was nächsten Mittwoch meine eigentliche Ärtzin sagt und Ihr diesen Weg gegebenenfalls vorschlagen.
        Ich hoffe auch, dass bis dahin die Schmerzen etwas besser sind, noch hat das Antibiotikum leider keine, für mich spürbare, Wirkung gezeigt.
        Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie eine schöne Advents und Weihnachtszeit.
        Danke noch mal!
        LG Veronika

  11. Hallo Herr Doktor!
    Mir wurde ein Zahn gezogen vor einer Woche ein rechter unterer Backenzahn!
    Nun hab ich an linken oberen Seite bei einem Zahn ein Loch! Kann ich es nach 7 Tagen behandeln lassen (7 Tage ist die Extraction her)??? Oder ist es besser zu warten? Man darf ja nicht mit Strohhalm trinken wegen dem Blutkapsel wo der Zahn gezogen wurde und es wird ja ein sauger beim Behandeln des Loches im Zahn verwendet! ???? Was soll ich tun? Oder ist es nach einer Woche kein Problem?
    VIELEN Dank!
    Eva

    1. Hallo Eva,

      Wenn nach einer Woche die Wunde schon verschlossen ist, kann man bedenkenlos die Füllung angehen. Ich würde auf jeden Fall so lange warten, bis die Wunde verschlossen ist, dass keine Bakterien beim Ausbohren des gegenüberliegenden Zahnes in die Wunde gelangen. Ansonsten gibt es diesbezüglich nichts weiter zu beachten.
      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

      1. hi … danke!
        Was heist verschlossen? die wunde wurde damals nicht genaeht offen gelassen! es sieht zu aus ist aber noch ein Loch!
        Loch kann ich ja ausspuelen nach dem Zahnarztbesuch oder?
        danke nochmal!
        :)))))))))))))))))))))))

  12. Guten Tag Herr Dr. Schmidt!

    Erst einmal schon im vorraus ein großes Lob das Sie sich die Zeit hierfür nehmen all diese Fragen zu beantworten. Ich schildere einmal meine Situation:

    Ich, 25, habe vor nun etwas 2 Wochen meine Wurzelbehandlung abgeschlossen – trotz noch muckerndem Pochen in der Gegend des Behandelnden Zahnes (vorletzter Backenzahn unten rechts). Vorher habe ich mich mit ständigen Kieferproblemen rumgeschlagen, die etwa seit August angefangen haben. Mein nun mehr neuer Zahnarzt (gewechselt durch Umzug), verschrieb mir eine Beisschiene, bis hin zu Physiotherapie, bis schlussendlich der Zahn Wurzelbehandelt wurde. Es sollte anscheinend der gewesen sein, da ich bei meinem alten ZA davor vor Monaten eine neue Füllung bekommen hatte und tada – beim wieder aufbohren zeigte sich zurückgebliebener Karies unter der Füllung die sich noch schön nah an den Nerv gefressen hatte.

    Lange rede kurzer Sinn, trotz Beschwerden im Kiefer wurde der Zahn nun nach zig Spülungen etc zugemacht. Zu allem übel wurde mir mitgeteilt das am Ende einer Wurzelspitze wohl ein Instrument abgebrochen sei, dies aber „nicht so schlimm“ sei. Mein Kiefer pocht und ziept und ist warm, was unangenehm ist, aber noch keine „direkten“ schmerzen, falls das Sinn macht. Dieses war teilweise auch vorher so, teilweise ging es etwas fort.

    Nun wurde mir eine Wurzelspitzenresektion vorgeschlagen, um die Wurzel mit dem abgebrochenen Instrument abzukappen + ein Wurzelkanal der wohl immer noch Probleme gemacht hatte. (warum generell der Zahn verschlossen wurde, auch wenn es noch „Probleme“ gab, ist mir unschlüssig).

    Ich schlage mich nun mit Sorgen herum, ob dies wirklich der Richtige Weg ist, da mein gesamter Unterkiefer munter vor sich hinpocht, also nicht lokalisierbar der WB Zahn derjenige ist, der Probleme macht.

    Ganz zu schweigen das ich die Idee vor Weihnachten von so einer Geschichte wie einer Wurzelspitzenresektion wenig begeistert bin, da ich mich schon mit Schmerzen am 24. sehe.
    Allerdings weiß ich nicht ob es so klug wäre, das ganze erst einmal so zu belassen – mit dem pochen im Unterkiefer habe ich das Gefühl dies auch nicht zu lange warten zu lassen.

    Ich bin etwas überfordert, besonders da meine Probleme stets bei meinem ZA mit einem lächeln und „das wird schon wieder“ abgetan werden.

    Was ist Ihre Meinung dazu?

    1. Hallo Sarah,

      Ich bin eigentlich kein Freund von Antibiotika, aber manchmal geht es einfach nicht anders. Wenn aus Ihrer Sicht nicht mal eindeutig klar ist, ob die Beschwerden von besagtem Zahn kommen könnte man das mit Antibiotika abklären. Wenn Sie für 4-5 Tage ein Antibiotikum nehmen würden (Doxycyclin oder Amoxicillin) und die Schmerzen dadurch verschwinden, kann man davon ausgehen, dass der Zahn die Ursache ist. Tut sich nix, kommen die Beschwerden wahrscheinlich wo anders her.
      Man könnte auch versuchen von einem Spezialisten (Endodontologe) das abgebrochene Instrument entfernen zu lassen. Ansonsten würde ich auch eine WSR vorschlagen.
      Zum Thema kurz vor Weihnachten: Mir steht am Freitag auch eine WSR BEVOR – Augen zu und durch! Danach kann ich nicht nur als ZA sondern auch als Betroffener mitreden

      1. Vielen Dank für Ihre Antwort!
        Mir wurde bereits während der WB-Therapie Antibiotika (Amoxicillin 3x am Tag, für eine Woche) verschrieben, sodass es wirklich kurzzeitig ein wenig besser wurde. Aber wie man sieht sitze ich nun hier und frage mich, was mit mir einfach nicht stimmt. Ich bin davor schon von Hausarzt zum HNO gelaufen, von dort wieder zurück zum Zahnarzt – es zermürbt mich leider etwas…

  13. Hallo Herr Schmidt,
    an vor 3 Tagen hab ich Zahnschmerzen und eine dicke Wange bekommen. Mein Zahnarzt hat mir 10 Tabletten Penicillin verschrieben und empfohlen den Zahn zu ziehen, da an diesem bereits eine WB und eine WSR durchgeführt wurde (vor ca. 6 Jahren).
    Kann der Zahn bald gezogen werden, oder muss ich warten bis die Entzündung weg ist?
    Gruß
    Steffi

    1. Hallo Steffi,

      Nein, Sie müssen nicht warten bis die Entzündung komplett weg ist. Das wird auch nicht passieren, weil der Zahn die Entzündung unterhält. Wichtig ist nur, dass keine akuten Schmerzen bestehen, weil dann manchmal die Anästhesie nicht so gut wirkt. Einer baldigen Entfernung steht also meiner Meinung nach nichts im Wege. Ich wünsche Ihnen alles Gute
      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  14. Hallo, ich habe mir hier nun ein paar Meinungen durchgelesen und habe nun eine Frage was mich leider selber betrifft.

    Ich 23, war gestern beim Zahnarzt zur allgemeinen Kontrolle, alles verlief soweit gut bis auf einen Zahn.

    Nun zur Geschichte: Vor ca. 2 Jahren wurde bei mir im Oberen Backenzahn (25) links eine Füllung gemacht. Kurze Zeit darauf bekam ich schmerzen, ich ging wieder zum Zahnarzt und das gleiche wieder. Er meinte dann ich sollte doch bitte in zwei Wochen wieder kommen um zu schauen was nun los ist.
    Nach zwei Wochen also wieder hin und ich wurde geröngt. So nun sagte er mir er könnte den Zahn nicht mehr retten, der muss in der nächsten Zeit raus und ich brauche dann gleich ein Implantat…. da wurde ich dann auch gleich beraten mit Preisen bis 2500€ und ganz nebenbei sollte ich mir doch gleich alle 4 Weisheitszähne rausmachen lassen.

    Ich kam mir sowas von verarscht vor….der Zahn sollte nun raus obwohl ich KEINE Schmerzen habe??

    Nun verging bestimmt ein Jahr, ich traute mich einfach nicht mehr zu einem Zahnarzt zu gehen vor allem weil ich eh so Angst habe und dann noch das.

    Aber dann konnte ich mich doch noch irgendwie dazu zwingen und ging zu einem anderen Arzt. Der ist wirklich sehr gut, geht auf einem ein und passt auf alles gut auf. So er sagte mir dann er könnte versuchen den Zahn zu retten mit einer Wurzelbehandlung.

    Dann wars bei mir wieder vorbei und ich traute mich fast ein Jahr wieder nicht hin bis auf gestern. Ich lies mich also nochmal untersuchen mit dem Ziel es endlich hinter mich zu bringen. Leider war mir vor ca 3 Monaten ein Stückchen vom Zahn rausgebrochen, bekam dann ca 2 wochen nur minimale schwarzen aber dann wars wieder weg.

    Dann wurde ich gestern wieder Geröngt und er sagte mir, nun wäre eine Wurzelspitzenresektion nötig das die Entzündung ungefähr Kirschkerngroß ist und die Raus muss. Desweiteren sagte er das noch gut die hälfte des Zahns noch gutes Gewebe sei und er Ihn noch retten könnte.

    So nun was mache ich?? WSR oder doch gleich Ziehen lassen und die lücke einfach belassen?
    Wieder solche schmerzen? Ich denke das der Eingriff sehr schmerzahaft sein wird oder?

    Aber ich verstehe nicht wieso ich dann keinen Schmerzen habe wenn es ja eine Entzündung ist… er ist nur ein bisschen druckempfindlich .

    Über einen Rat wäre ich sehr dankbar.

    Gruß chris

    1. Hallo Chris,

      dadurch, dass Sie die Sache so lange verschleppt haben sind die Erfolgsaussichten natürlich deutlich gesunken. Trotzdem stehen die Chancen bei einem 5er (nur 1 Wurzelkanal) nicht schlecht. Das Implantat läuft Ihnen auch nicht weg. Angesichts Ihres Alters würde ich es mit der WSR versuchen. Eine eventuelle Lücke zu belassen ist aber keine gute Idee, da sich dadurch die Nachbarzähne und auch die gegenüberliegenden Zähne im Unterkiefer verschieben können. Im Normalfall ist so eine Behandlung auch nicht schmerzhaft.
      Augen zu und durch – je früher desto besser (ist die Langzeitprognose) ;-))

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

      P.S.: Selbst bei massiven Entzündungen an der Wurzeleines Zahnes haben Sie normalerweise KEINE Schmerzen!! Es handelt sich dabei um chronische Entzündungen, von denen man nichts merkt. Schmerzen sind in diesem Fall kein Kriterium um die notwendigen Therapieschritte beurteilen.

  15. Hallo Herr Dr. Schmidt,

    vor ca 2 Jahren wurde bei mir der 34 wurzelbehandelt. Der Zahn gab nie so richtige lange Ruhe, aber auf dem Röntgenbild war nie etwas zusehen, auch auf einer 3D Aufnahme nicht.

    Ende Oktober hatte ich stärkere Schmerzen und „endlich“ zeigte sich was auf der Röntgenaufnahme.
    Mein Zahnarzt schlug mir nun eine Wurzelspitzenresektion. Ich habe auch das Gefühl, dass der Zahn ganz ordentlich vereitert ist. Von oben ist schwer dran zu kommen, da der Zahn einen Stift hat. Es ist einen Brückenzahn.

    Wie erfolgreich könnte die Wurzelspitzenresektion nun sein?

    Ich konnte leider auch noch keinen zeitnahen Termin beim Kieferchirurgen bekommen…erst waren Herbstferien und meine beide favorisierten Ärzte leider sehr lange ausgebucht.
    Jetzt sind die Schmerzen natürlich schlimmer geworden und ich muss mir nun mit 4 x 300 mg Clindamycin behelfen.

    MfG
    Marie Maier

    1. Hallo Frau Maier,

      entweder müsste man es anständig machen, oder man lässt es bleiben. Anständig würde heissen:
      – Entfernung der Brücke
      – Entfernung des Stiftaufbaus
      – Neue Wurzelfüllung mit gleichzeitiger Resektion (bei diesem Vorgehen bestehen die besten Erfolgsaussichten)
      – Neue Brücke (nach einer gewissen Wartezeit)
      Eine reine WSR halte ich für weniger sinnvoll.
      Alternativ könnte man vielleicht (ich kenne die Brückensituation nicht) den besagten Zahn aus der Brücke entfernen und die Lücke mit einem Implantat schliessen.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  16. Hallo,
    ich habe viel uber Gifte in unseren behandelten Zahnen gelesen und wuerde gern wissen was ich anstatt meiner Amalgamfullung verwenden soll? Wie soll ich meine Locher versiegeln lassen? Habe von BioGold gehort?! Ich komme sehr schnell aus Puste der Atmung – kann es mit den Zahnen zusammen hangen?
    Danke und schonen Tag!

    1. Hallo Julia,

      wichtig ist es, dass die Amalgamfüllungen professionell entfernt werden. Lesen Sie dazu unsere Seite Amalgamsanierung. Die später verwendeten Materialien sollten auf Verträglichkeit getestet werden. Ob Ihre Beschwerden mit den Zähnen zusammenhängen kann ich nicht sagen – denkbar wäre es aber.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  17. Hallo Herr Dr. Schmidt,

    nun ist die WKB schon knapp 2 Wochen her. Das Szenario ist so, dass mein ZA am vergangenen Freitag eigentlich die Medikamente wieder rausnehmen wollte und die Wurzelfüllung final fertigstellen wollte. Da aber mein ZA sehr vorsichtig ist und ich ein relativ mündiger Patient, fragt er vor der Behandlung immer nach meinem Befinden und hört auf meine Wünsche und Gedanken.
    Nun war es mit dem behandelten 1-4er so, dass die vorherigen Schmerzen sich absolut verbessert haben seit dem „Ziehen“ des Nervs. Gleichwohl ist der Zahn oder das Areal um den Zahn noch nicht vollkommen schmerzfrei. Manchmal habe ich doch noch eine gewisse Aufbissempfindlichkeit, oder es schmerzt in dem Bereich bißchen indifferent, ich kann gar nicht sagen, wo genau. Daraufhin hat mein ZA am vergangenen Freitag eben noch keine endgültige Füllung gemacht, sondern die alten Medikamente ausgeräumt, erneut mit Natriumhypochlorid desinfiziert und wieder Medikamente eingebracht. Zwischendurch hat er noch ein bißchen mit den beliebten Feilen nachgeräumt, das war auch alles soweit schmerzfrei. Nur zweimal, als er mit den Feilen besonders tief im Wurzelkanal war, merkte ich einen deutlichen Schmerz, ein „Pieken“. Ist das normal, und war er dann vielleicht auf die einstmals versorgenden Gefäße gestoßen?
    Er sagte mir, dass es so eine Zone gäbe, wo man mit der späteren Wurzelfüllung auch nicht rein dürfte, weil sich sonst u. U. die Wurzelspitze entzünden würde.
    Na ja, nun ist alles wieder mit Medi’s gefüllt, und der nächste Termin ist in knapp 3 Wochen. Habe manchmal immer noch eine gewisse Empfindlichkeit beim Draufbeißen (Zahn auf Zahn), beim Kauen merke ich eher nichts. Ist das Ihrer geschätzten Meinung nach im grünen Bereich, oder muss man sich noch noch Sorgen um eine Wurzelspitzenentzündung machen?
    Irgendwie denke ich manchmal laienhaft, dass, wenn der Zahn so schmerzhaft war vor der WKB, und nun ist der Nerv raus und sah „unauffällig“ aus, dass vielleicht doch was an der Wurzelspitze war.
    Würde sich eine eventuelle ehemalige Wurzelspitzenentzündung überhaupt selbst ausheilen, wenn die Wurzel raus ist? Es ist so blöd, dass man das nicht sicher auf einem bildgebenden Verfahren sehen kann…
    Vielleicht haben Sie noch einen Tipp in der Sache??

    Danke und viele Grüße.

    Frank!

    1. Hallo Frank,

      der Zahn sollte vor der definitiven Füllung wirklich schmerzfrei sein. Wenn sich das mit den medikamentösen Einlagen nicht erreichen lässt, besteht der begründete Verdacht, dass da noch mehr ist. Eventuell befindet sich an der Wurzelspitze noch eine kleine Zyste oder ein apikales Granulom, das auf dem Röntgenbild nicht oder nur sehr schwer zu sehen ist. Es ist OK jetzt einfach nochmal 3 Wochen abzuwarten. Sollte der Zahn bis dahin aber immer noch nicht absolut schmerzfrei sein, würde ich eine WSR vorschlagen mit der Wurzelfüllung in der selben Sitzung. Zur Ausheilung: Der Zahn ist (momentan) die Ursache der Entzündung. Wenn der Zahn entfernt werden würde, könnte die Entzündung vom Immunsystem vollständig ausgeheilt werden, da die Ursache ja beseitigt ist. Solange der Zahn noch da ist, kann das Immunsystem die Entzündung zwar bekämpfen, so dass sie nicht größer wird; eine Ausheilung kann aber nicht erfolgen.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  18. Guten Tag Herr Dr. Schmidt,
    zunächst herzlichen Dank für Ihre informativen Seiten und Ihre Mühen beim Beantworten individueller Fragen. Ohne zu wissen, ob ich auf eine noch rechtzeitige fachkundige Meinung von Ihnen hoffen darf, möchte ich es dennoch versuchen.
    Mein rechter Backenzahn (Nr. 6 !?) ist der Einzige mit dem ich ewig immer wieder Probleme habe. Es begann mit einer Füllung, anschließend irgendwann eine Wurzelentzündung mit Wurzelbehandlung und hiernach Überkronung. Das war vor ca. 1,5 Jahren und nun bin ich schwanger im 7. Monat. Seit dem 3. Monat habe ich sehr große Probleme mit diesem Zahn. Er schmerzte fürchterlich, woraufhin mein Zahnarzt sagte, er müsse mich zur Chirurgie schicken um eine WSR durchführen zu lassen. Hier wurde nach Absprache mit meiner Gynäkologin erstmal antibiotisch behandelt, um erstmal die stabilere Phase der Schwangerschaft abzuwarten. Der Zahn gab auch Ruhe zum Glück aber ca. 2 Monate später ging es wieder los mit heftigen Schmerzen. Seither bin ich auch dauernd krank und nehme jeden Infekt meiner Ungebung mit. Ich entschied mich gegen eine WSR und suchte eine endotontologische Praxis auf. Zwischenzeitlich hatte sich am Zahnfleisch des betreffenden Zahns auch eine Eiterblase entwickelt. Es wurde ein kleines, digitales Röntgenbild erstellt und ein großer Eiterherd unter der Wurzel festgestellt. Die Krone wurde aufgebohrt und der Zahn erneut wurzelbehandelt. Dieses Mal jedoch mit entsprechend feineren Instrumenten. Leider wurde mir seinerzeit bei meinem vorherigen Zahnarzt auch ein ‚Stift‘ eingesetzt, was wie mir nun gesagt wurde, die jetzige Behandlung erschwere. Nun gab der Zahn nach dieser Behandlung Ruhe, als ich jedoch zum ’spülen‘ wiederkam nach 2 Wochen, war wieder Eiter vorhanden, wurde entfernt und der Zahn verschlossen. Nach ca 3 Stunden bekam ich heftigste Schmerzen. Meine Ärztin machte den Zahn erneut auf, saugte ab, spülte durch und verschloss ihn wieder provisorisch. Leider ist diese Füllung beim Zähneputzen erneut abgegangen gestern und seither habe ich wieder Schmerzen. Über Nacht entwickelte sich wieder die Eiterblase.
    Ich habe das Gefühl, dass dieser Prozess kein Ende findet und als Laie wäre mir mittlerweile fast am liebsten, diesen Zahn loszuwerden. Meine Ärztin machte auch diesen Vorschlag und wir beratschlagten anschließend mit der Chefärztin der Praxis, die jedoch vorschlug die Behandlung fortzusetzen, da eine ‚Extraktion‘ auch kein leichter Eingriff in der Schwangerschaft sei. Nun bin ich aber so geschwächt von all diesen Beschwerden, Entzündungen, Schmerzen und Infekten, dass ich schon fast annehme es komme alles von diesem Herd am Zahn.
    Was würden Sie mir in meiner Situation empfehlen? Kann ich in diesem Stadium der Schwangerschaft (27 SSW) problemlos einen Zahn entfernen lassen? Wie sieht es mit erlaubten Betäubungsmitteln und den Schmerzen danach aus? Als mir einmal 2 Weisheitszähne gezogen wurden (selbe Seite, oben und unten) waren die Schmerzen im Anschluss an die Betäubung so stark, dass ich es mein Lebtag nicht vergessen werde und ich bin sonst eher hart im nehmen. Nun in der Schwangerschaft sorge ich mich jedoch sehr und weiss mittlerweile einfach nicht, was der Beste Weg wäre.
    Ich hoffe sehr Sie können mir ein wenig weiterhelfen und bedanke mich herzlich im Voraus.

    1. Hallo,

      so wie Sie das schildern, sollte der Zahn meiner Meinung nach schnellst möglich raus. Falls es Ihrer ZÄ zu „heiß“ ist, würde ich den Zahn von einem Kieferchirurgen entfernen lassen. (ein Kieferchirurg hat zusätzlich zum Zahnmedizinstudium auch ein komplettes Studium in Humanmedizin absolviert). Dort wären Sie sicherlich gut aufgehoben. In der 27. SSW sehe ich eigentlich kein Problem, aber das kann der Kieferchirurg vor Ort sicher besser beurteilen. Ich wünsche Ihnen alles Gute!

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  19. Hallo,
    danke erstmal das sie so viel beantworten! :)
    Ich bin 36 Jahre alt und habe ein Entzuendung in einem Backenzahn. Der Backenzahn hat vor glaub ueber 15 Jahren eine Vollkrone bekommen und eine wurzel wurde eine Wurzelres. durchgefuehrt hat glaub auch einen Stift in der Wurzel (so wie es auf Roentgenbild aussieht) oder nur Fuellung? … die andere Wurzel wurde wohl nicht behandelt damals. Auf jeden Fall hatte ich nie Probleme mit dem Zahn. Nun seit einer Woche riecht er komisch aussen am Zahnfleich und innen ist es zwischen der Krone und Zahnfleisch Schwarz. Ich hatte keine Schmerzen als ich das bemerkte … aber 2 tage danach schon ein komisches Gefuehl. Bin dann zum Notarzt (war am reisen) und er meinte eine Seite waere fest und die andere sehr soft wenn er mit etwas in den Zahn ging (keine ahnung mit was)…. und er meinte muesste zu meinen Zahnarzt in den naechsten tagen. Also nach der Reise sofort zum arzt … er meint Zahn ziehen mit seinem Wissensstand … da schon soviel am Zahn gemacht wurde und die Wurzel auch bei dem unbehandelten Wurzel irgendwie weg ist (kuerzer ist) – viell. Entzuendung. Ich kann aber kein schwarzes loch fuer eine Entzuendung beim Roentgenbild sehen? (laut Internet fotos ist immer ein schwarzes loch zu sehen?) Auf jeden Fall sagt er um noch eine weitere meinung einzuholen kann ich zum Wurzelspezialisten … der hat aber erst in 3 wochen einen Termin frei! Ist das alles nicht zu lange wenn was akut ist? Habe angst das die entzuendung sich auf andere Zaehne ausbreitet???? Er hat mir Antibiotika verschrieben fuer 7 Tage … Frage: stopt das die Enzuendung oder was macht die Antibiotika (kann es immer noch auf andere Zaehne uebergehen?)? und nach der Antibiotika kommt die entzuendung dann wieder? (Termin ist doch erst in 3 wochen)! Soll ich ihn besser ziehen lassen? VIELEN DANK! BITTE schnell antworten! Anja

    1. Hallo Anja,
      In aller Kürze:
      – in drei Wochen kann nichts passieren
      – das Antibiotikum taugt bei akuten Beschwerden, wird aber die Entzündung nicht ausheilen können
      – nach Ihrer Schilderung schliesse ich mich der Meinung Ihres ZA an und würde den Zahn entfernen
      – ein „schwarzes Loch“ unter dem Zahn ist zwar häufig, muß aber nicht immer vorhanden sein
      Den Termin in 3 Wochen können Sie getrost abwarten – in dieser Zeit wird die Entzündung nicht auf Nachbarzähne übergehen. Trotzdem erscheint mir die Extraktion am sinnvollsten.
      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

      1. Vielen Lieben Dank!
        muss ich dann die 3 wochen Antibiotika nehmen … oder sind die 7 tage okay?
        Wenn es nur ein Pulpa Entzuendung ist … sollte man doch besser unter die Vollkrone schaun ..den das sieht man nicht auf dem Roentgenbild? Habe leichte schmwerzen meist mehr am Abend, keine REaktion bei kalt und heiss, und beim klopfen oder draufdruecken keine schmerzen, das zahnfleich ist empfindlich an einer stellate und es riecht komisch wenn ich mit dem Finger dort dran fasse.
        Haben mich etwas beruhigt … hab aber immer noch so viele fragen :) …. Auch wenn der Zahn raus genommen warden sollte … wuerden sie ihn erzetzen? oder abwarten was die anderen Zaehne machen (kippen oder mehr zusammen wachsen)!
        Vielen dank fuer die schnelle antwort!!!!!!
        Anja :o)

        1. Hallo,
          nein, ich denke 7 Tage sind OK. Das Aufbohren der Krone bringt nichts, da der Zahn ja schon wurzelkanalbehandelt ist, die Wurzelspitze residiert wurde und ein Stift in einem Kanal eingesetzt wurde (wie Sie geschrieben haben). Deshalb ist momentan das Antibiotikum die einzige Therapiemöglichkeit. Nachdem der Zahn raus ist würde ich 3-6 Monate warten, bis die Wunde wieder ordentlich verheilt ist und dann den Zahn ersetzen. Wenn Sie warten, bis die Zähne kippen oder zusammenwachsen haben Sie das nächste Problem! (Bisssenkung mit erhöhter Belastung der Kiefergelenke – nicht zu empfehlen!).

          Mit freundlichen Grüßen
          Dr. Achim Schmidt

  20. Sehr geehrter Dr. Schmidt, ich hatte vor 5 Jahren eine Wurzelbehandlung, die ziemlich schief gelaufen ist. Es hat sich ab und zu entzündet usw. Dann hätte ich komisches drück in Oberkiefer, die mal da mal weg war. Vor zwei Jahren bin ich hin gegangen insbes hieß die Zähne 4 und 5 müssen sofort weg, da sich alles drum herum entzündet hat. Zähne wurden rausgezogen, ich habe mich fürs Implantate entschieden. Ärztin meinte es sei nicht genug Knochen vorhanden aufgrund meine Zyste, und empfehlenswert wäre eine knochenaufbau zu machen. Vor 8 Monate habe ich Knochen von Unterkiefer ins Oberkiefer transplantiert bekommen und ein Stift wo früher Zahn 5 war. Vor 2 Tagen musste mir zweites Stift eingesetzt werden, die Ärztin hat gebohrt, es hat fast eine Stunde gedauert , und plötzlich hieß es, es ist nicht genug Knochen vorhanden, und ich bekomme keinen zweiten Stift eingesetzt. Was ich jetzt nicht verstehe, als die Ärztin aufgemacht hat, könnte Sie doch sofort sehen ob es genug Knochen vorhanden sei oder nicht? Wieso bohrte Sie eine Stunde und dann musste den loch mit Membran zuschließen. Ich fühle mich veräppelt und bin ziemlich Sauer. Ich habe Gefühl Sie wollte nur Geld verdienen. Vielleicht irre ich mich und hätte gern ihren Meinung gehört. Ich danke ihnen Voraus. Mit freundlichen Grüßen Stoll

    1. Hallo Herr Stoll,

      normalerweise sollte das Knochenangebot VOR der Operation mittels eines Röntgenbildes oder eines 3D-DVT abgeklärt sein. Die Qualität des Knochens lässt sich allerdings nicht immer gut beurteilen – das sieht man oft erst während der OP (dann aber nicht erst nach 1 Stunde). Ich möchte zwar Ihrer ZÄ nicht Unrecht tun und kenne auch die genaueren Umstände nicht. Nach Ihrer Schilderung würde ich allerdings auf eine mangelnde Planung der OP im Vorfeld tippen. Reden Sie doch nochmal mit Ihrer ZÄ und erfragen Sie den genauen Grund. Dy Sie ausser der OP aber ja keinerlei Nutzen haben würde ich den dafür zu zahlenden Preis schon nochmal verhandeln.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  21. Sehr geehrter Herr Dr. Schmidt
    für Ihre freundliche Stellungnahme herzlichen Dank.
    Es erstaunt mich etwas, daß Sie die Implantate als eine sichere Variante empfehlen im Vergleich zu einer Wurzelrevisionsbehandlung. Leider kann ich zu einer Einschätzung ja immer nur als Laie kommen : ich habe jetzt öfter wenig ermutigende Dinge über Implantate registriert. Gerade auch der Fall einer 90jährigen Frau (die von mir betreut wird) und die noch alle ihre tadellosen Zähne hat – außer einem ca. 6 Jahre alten Implantat unten, das ihr ständig Ärger macht. Sie wurde vor einigen Monaten dort auch chirurgisch behandelt, aber es ist nicht ok.
    Obwohl ich eine Verfechterin der Ganzheitlichkeit bin – gerade auch was Sie über Herdsanierung sagen findet bei mir offene Ohren – kann ich diesen gesundheitlichen Grundsatz für mich selbst leider nicht umfänglich verwirklichen, da ich es mir schlicht und einfach nicht leisten kann und mich deshalb weitgehend an Kassenleistungen orientieren muß. Als alleinerziehende Künstlerin habe ich es leider nicht geschafft, für mein Alter Reserven in diesen Größenordungen anzulegen.
    Ich empfinde mich in einer Zwickmühle, wenn Sie sagen, daß auch die Wurzelrevision wahrscheinlich nicht von dauerhaftem Erfolg sein wird. Erwähnen möchte ich noch, daß ich sonst gottseidank bis jetzt gesund bin – was die Leistungsfähigkeit betrifft – auch wenn ich eine Schilddrüsenunterfunktion und leider seit ca. 12 Jahren eine Vitiligo habe.
    Mit freundlichem Gruß
    Rose-Marie Schulz

    1. Hallo Frau Schulz,

      sicherlich gibt es auch unter Implantologen „schwarze Schafe“ (wie überall) mit einer nicht so guten Erfolgsstatistik. Ich kann nur von meinen Erfahrungen berichten. Ich arbeite mit einem Kieferchirurgen und einem Oralchirurgen eng zusammen. Beide operieren „state of the art“ und liefern erstklassige Arbeit ab. Bei Patienten ohne nennenswerte Erkrankungen/Risikofaktoren liegen die Erfolgsquoten >99% (bei über 1000 gesetzten Implantaten pro Jahr). Aber auch bei Patienten mit Risikofaktoren wie Diabetes oder Rauchen ist die Erfolgsquote immer noch etwa bei 96%. Sie werden mir beipflichten, dass man bei solchen Werten durchaus von „sicher“ sprechen kann. Wenn es um Herdsanierungen bei schwerwiegenden Erkrankungen (Tumor, etc.) geht, ist eine WKB/WSR sowieso nie Thema. In diesen Fällen werden wurzelbehandelte Zähne oder Zähne mit Entzündungen an der Wurzelspitze entfernt ohne lang zu fackeln. Eine endodontische Behandlung ist meist ein Kompromiss: Sie „erkaufen“ sich den Erhalt des Zahnes mit einer (meist geringen, manchmal aber auch gehörigen) Belastung des Gesamtorganismus.
      Aber machen Sie sich keinen Kopf: Wenn´s nicht geht, dann geht´s nicht. Punkt!
      Ein Mittelweg wäre vielleicht eine Brücke. Sie müssen sich zwar von dem WKB-Zahn trennen und die Nachbarzähne müssten beschliffen werden, aber Sie hätten dann auch wieder eine festsitzende Lösung sogar ohne einen Fremdkörper im Knochen. Allerdings birgt das Beschleifen auch wieder das Risiko, dass der Nerv an diesen Zähnen dann abstirbt (ist nicht normal – kann aber vorkommen).
      Sie sehen, die Sache ist ziemlich komplex. Ich bin mir aber sicher, dass Sie für sich (zusammen mit Ihrem Zahnarzt) eine stimmige Lösung finden: möglichst geringe Belastung der Gesundheit bei mässigem finanziellem Aufwand.
      Ich wünsche Ihnen das Beste!

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  22. Sehr geehrter Herr Dr. Schmidt,
    was für ein Zufall, jetzt Ihre Seite gefunden zu haben! Habe alles durchgelesen und bin beeindruckt von der Mühe, die Sie sich machen…
    Zu mir: Bin 22 Jahre beim selben Zahnarzt mit regelmäßiger Reinigung und Kontrolle. Kürzlich meinte er, man könne nach 14 Jahren mal wieder eine Gesamtaufnahme machen und stellte dann fest, daß nach dieser Zeit die Entzündung unter dem wurzelgefüllten Zahn noch genauso vorhanden ist wie damals und daß man was tun sollte, weil eine solche Entzündung für den Körper auf Dauer nicht gut sei. Allerdings müsse er mich dafür zum Chirurgen schicken. Das hat mich erschreckt wegen der Nähe zum Nerv (unten li) und ich hab mich schlau gemacht über Endodontologen. Bei zwei Terminen in unterschiedl. Praxen wurden auf demselben Röntgenbild sogar 2 Zähne mit Entzündungen unter der Wurzelfüllung festgestellt (eine zusätzlich oben nahe der Kiefernhöhle) und einer mit Karies unter der Goldkrone, auch oben. Meine Frage ist nun: Ich habe 2 Kostenvoranschläge mit 1,5 bis 2,5 Tausend Euro für die Endo-Revision (ohne Erneuerung der Goldkrone), wenig Geld zur Verfügung und keinerlei Beschwerden. Sollte ich da rangehen? Bin 62 Jahre alt.
    Mit besten Grüßen und Dank,
    Rose-Marie

    1. Hallo Frau Schulz,

      eines vorneweg: Ich bin überzeugt, dass es keine Zufälle im Leben gibt ;-))
      dass Sie keine Beschwerden haben ist absolut normal; trotzdem stellen diese Entzündungen eine andauernde Belastung für Ihr Immunsystem dar. Die Leistung, die das Immunsystem in die Eindämmung dieser Entzündungsprozesse investieren muss, fehlen woanders (Erkältung, Grippe, aber auch schwerere Erkrankungen). Deshalb muss ich Ihrem ZA beipflichten. Auch ich empfehle Ihnen dahin gehend etwas zu tun. Mit 62 haben Sie statistisch noch etwa 28 Jahre vor sich. Leider höre ich auch bei mir in der Praxis immer wieder das Argument: „Ich bin jetzt XX Jahre (meist zwischen 65 und 75) – das rentiert sich für mich nicht mehr!“ Sicherlich kann niemand wissen, was die Zukunft bringt, aber wenn die Statistik auch nur annähernd stimmt, haben Sie noch eine ganze Menge Zeit. Deshalb ist meine Ansicht die: Einmal „Nägel mit Köpfen“ zu machen und dann die nächsten Jahre wieder Ruhe zu haben. Wenn Sie so viel Geld in Endorevisionen stecken müssten und noch eine neue Krone dazu käme, ist es sicherlich eine Überlegung wert, auch mal über Implantate nachzudenken. Ob und wie lange Sie nach den Endorevisionen Ruhe haben, kann Ihnen niemand sagen. Bei Implantaten kann man relativ sicher sein, dass Sie – bei entsprechender Pflege – dort nicht erneut investieren müssen. Auch kenne ich Ihren Zahnstatus nicht. Implantate können später auch für die Verankerung von Zahnersatz verwendet werden. Ausserdem können Implantate einen Teil der Last tragen, wodurch Ihre eigenen (vllt. nicht mehr 100%ig festen) Zähne etwas entlastet werden können und damit „länger halten“. Wie gesagt, das ist alles nur mal so ins unreine gedacht, da ich Ihre genaue Situation ja nicht kenne.
      Fazit: angehen sollten Sie die Sache auf jeden Fall; auch wenn Sie selbst – mangels Beschwerden – keine Notwendigkeit sehen. Sprechen Sie doch nochmal mit Ihrem ZA: Wenn Sie seit 22 Jahren dort sind, haben Sie offensichtlich Vertrauen zu ihm. Fragen Sie ihn, was er Ihnen raten würde (Endorevision oder Implantate). Dann könnte man sich für die Implantatslösung auch einen Kostenvoranschlag machen lassen und dann endgültig entscheiden.
      Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie für sich die richtige Lösung finden und wünsche Ihnen alles Gute!

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

      P.S.: Lesen Sie sich doch auch nochmal die Seite „Herdsanierung“ unter dem Menüpunkt „weitere Spezialgebiete“ durch.

  23. Hallo Herr Dr. Schmidt,

    angenehm, Ihren Blog zu lesen, kann mich des Eindrucks nicht erwehren, als ob Sie richtig was von Ihrem Fach verstehen ;-))
    Zu meinem Problem: Habe seit knapp 20 Jahren so ziemlich alles überkront, Praemolares und Molares komplett. Dabei auch Fehlstellen mittels Brückengliedern überbaut. Nun habe ich das Problem, dass am Zahn 14 immer wieder Schmerzen auftreten, zumeist vestibulär, wenn ich es örtlich eingrenzen kann. 14 ist Krone, 16 ebenfalls Krone, und 15 Brückenglied dazwischen.
    Habe also die alte Konstruktion entfernen lassen. Rein optisch konnte der behandelnde Zahnarzt nichts feststellen am 14er, meinte aber, dass durch Mikrospalten vielleicht doch was eingewandert sei, was die Schmerzen verursachen könnte. Schmerzen sind mal mehr, mal weniger, auch mal ganz weg. Habe aber immer ein latent „dumpfen“ Druck, wenn ich von außen am 14er drücke.
    Haben nun also optisch keine Karies etc. gefunden. Röntgen sieht auch gut aus, zumindest keinerlei Entzündungszeichen feststellbar. Haben nun den Zahn mittels Helbo-Verfahren paar Mal behandelt, um auch kleinste Verkeimungen abzutöten. Weiß aber nicht, ob es funktioniert mit dem Verfahren. Danach war es scheinbar immer ein paar Tage gut, aber dann kamen die latenten Schmerzen wieder. Die Schmerzen sind nicht sooo unaushaltbar, aber auf Dauer nervt es nur noch an. Habe also zum Doc gesagt, raus mit dem Zahn, Implantat rein und dann Krone/Brücke/Krone rauf, und gut ist es. Problem ist natürlich, dass ich dann während der Behandlung ne ganze Zeit da nicht kauen kann. Außerdem will mein Zahnarzt den 14er unbedingt erhalten, weil er sagt, dass die Wurzel wirklich gut aussieht, soweit er das einschätzen kann. Da während der Helbo-Behandlung die Krone immer nur wiederabnehmbar befestigt wurde, meint der Doc jetzt: Komm, lass uns die Krone richtig festzementieren, dann ist sie auch dichter als mit diesem Wiederaufnahmekleber.
    Ich hab aber Sorge, dass, wenn die Krone fest ist und wir trotzdem an den Zahn ran müssen, wir alles wegwerfen müssen, weil die Konstruktion dann zerstört werden muss.
    Ich überlege nun, und das ist meine Frage an Sie, ob ich nicht vor dem endgültigen Festsetzen der Konstruktion eine ordentliche Wurzelbehandlung machen lasse, um endlich schmerzfrei zu werden. Ich fände es blöd, eventuell später durch die Krone zu bohren, um dann später eine Wurzelbehandlung zu machen. Ich hätte laienhaft gesagt, dass er die beiden Kanäle des 14ers doch ohne Krone viel besser findet und sauberer behandeln kann, als wenn später die Krone darauf sitzt, oder irre ich da? Und sehe ich das richtig, dass nach einer Wurzelkanalbehandlung der Zahn zwar tot, aber dafür auch schmerzfrei ist? Würden Sie den dann wurzeltoten Zahn als doch körpereigenes Material einem künstlichen Implantat vorziehen oder zumindest als gleichwertig erachten? Ich freue mich über eine Antwort.

    1. Hallo Frank,

      ich kann nur sagen: Respekt! Sie brauchen mich gar nicht. Haben Sie schon mal überlegt Zahnmedizin zu studieren ;-)) ?? Also man findet die Kanäle des 4ers sicherlich einfacher, wenn die Krone runter ist. Den Zahn wurzelkanalbehandeln zu lassen hätte ich Ihnen auch ans Herz gelegt. Somit ist alles korrekt. Ich habe Ihren Ausführungen nichts hinzuzufügen. Hut ab!!
      Es ist zwar davon auszugehen, dass Sie nach der WKB Ruhe haben – garantieren kann Ihnen das aber niemand. Solange der Zahn nach der WKB in Ordnung ist und sie nicht belastet ist das immer einem Fremdkörper vorzuziehen. Das Implantat läuft Ihnen ja auch nicht weg. Früher oder später wird der Zahn wieder Probleme bereiten, so dass dann eh ein Implantat kommen wird. Wenn sich das aber noch 10 Jahre hinausziehen lässt (fiktiver Wert) werden Sie sicher auch nicht böse sein.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

      P. S. : Wenn ich mal keine Zeit zum Beantworten der Fragen hier habe, könnten Sie das ja übernehmen ;-))

      1. Hallo Herr Dr. Schmidt,
        vielen Dank für die Blumen, soviel Lob hab ich nicht verdient!
        Ich habe wohl eine gewisse Affinität zu Ihrem Fach, habe schon an der Uni mit zukünftigen Stoma’s zusammen gewohnt, aber aufgrund des NC’s hat es bei mir halt nur zum Maschinenbaudiplom gereicht ;-)

        Ich bin froh, dass Sie mit mir übereinstimmen, also gehen wir es heute an und werden dem 14er mal die Wurzel entfernen lassen. Habe bisschen Schiss vor der Anästhesie,, habe so eine WKB irgendwo als schmerzhaft in Erinnerung, aber ich hoffe, dass Ultracain heute besser wirkt als das Zeug, was man vor Jahren hatte.

        Was ich an Ihrer oben stehenden Beschreibung über die Sinnhaftigkeit einer Wurzelspitzenresektion einfach so faszinierend finde, ist, dass es doch eigentlich ganz einfach, logisch und schlüssig ist. Da fragt man sich als geneigter Laie doch nur, warum dieses Wissen denn bei Ihnen exklusiv vorhanden ist und die „anderen“ wild und unkoordiniert an den Wurzeln rumschnippeln.

        Mein ZA sagte jedenfalls, dass er heute sich erst mal einen Zugang schaffen will, dann die Wurzeln mit den beliebten Feilen entfernen will, um abschließend ein Medikament in die vakanten Kanäle zu applizieren. Er sagte was von einer gewissen Schwellung, die nach der WKB entstehen könne, und da sei eine solche Medikation indiziert. Nach etwa einer Woche, wenn alles schick und schmerzfrei sei, könne man das Medikament wieder entfernen, um dann die Wurzelkanäle endgültig zu versorgen und dann mittels Composite/Compomere bakteriendicht zu verschließen. Wäre dieses Vorgehen Ihrer geschätzten Meinung nach in Ordnung?

        Ich wünsche noch einen schönen Tag!!

        1. …auch das klingt sehr vernünftig. Es ist allerdings darauf zu achten, dass der Zahn auch mit dem Medikament schon bakteriendicht verschlossen wird (ich benutze meist fliessfähiges Compomer) um sicher zu stellen, dass nach der Reinigung in der ersten Sitzung nicht wieder neue Bakterien eindringen können und man in der zweiten Sitzung wieder von vorne anfängt. Aber nach dem, was Sie mir bisher über Ihren ZA geschrieben haben, weiss der das sicherlich und tut es auch. Ich wünsche Ihnen alles Gute.

          Mit freundlichen Grüßen
          Dr. Achim Schmidt

          1. Update: So, hab’s überstanden. Die WKB war einwandfrei. Vollkommen schmerzlos dank vestibulärer Lokalanästhesie mit Ultracin, wenn ich es richtig gesehen habe. Kanäle meines Erachtens nach gründlich mechanisch gereinigt. Bisher vollkommen schmerzfrei. Anschließende chemische „Reinigung“ und Desinfektion mit Natriumhypochlorid, dann Ledermix und Co. als Medi eingefüllt. Verschluss mit Gasionomerzement und Krone wieder drauf. Wenn alles ruhig bleibt, wollen wir Freitag nächster Woche Medi rausnehmen, Guttapercha rein und mit Epoxy bakteriendicht verschließen. Mann, ich hoffe so, dass es diesmal gut wird. Werde heute abend mit einem guten Scotch die Desinfektion unterstützen ;-))

            Danke nochmals für die außerordentlich fundierte fachliche Beratung.

            Grüße Frank!!

          2. Hallo Frank,

            …..das hört sich alles sehr vielversprechend an. Wenn Sie Ihren ZA so tatkräftig bei der Desinfektion unterstützen kann es ja eigentlich nur gut gehen ;-)) Ich drücke Ihnen die Daumen!

            Mit freundlichen Grüßen
            Dr. Achim Schmidt

  24. Hallo Herr Dr. Schmidt,

    ich hatte vor mehreren Jahre eine Wurzelbehandlung am 7. Backenzahn ganz hinten oben links.
    Vor ca. 6 – 7 Monaten hatte ich wieder Probleme mit diesem Zahn. Ich wurde daraufhin von meiner Zahnärztin zur Kieferchirurgin geschickt, die eine Wurzelspitzenresektion durchgeführt hat. Es hat sich danach erst angefühlt, als wäre alles in Ordnung, jedoch habe ich nach ein paar Monaten wieder ein komisches Gefühl an dem Zahn gehabt. Es waren keine wirklichen Schmerzen, aber es hat sich nicht richtig angefühlt, vor allem, wenn ich mit dem Finger gegen das Zahnfleisch über dem betroffenen Zahn gedrückt habe. Etwas später hatte ich an der Stelle auch einen kleinen Knubbel, der aber auch wieder kleiner geworden ist.
    Darauf hin bin ich noch ein mal zur Kieferchirurgin gegangen, die eine Röntgenaufname gemacht hat, auf dem eine kleine Entzündung zu sehen war. Da ich wirklich sehr an meinen Zähnen hänge, hat sie mir erstmal ein Antibiotikum verschrieben, welches ich ca. 1 Woche lang genommen habe. Es ist auch besser geworden und der Knubbel ist nicht wieder gekommen. Es fühlt sich aber immer noch (ca. 6 Wochen nach den Antibiotika) komisch an, wenn ich an der Stelle gegen das Zahnfleisch drücke. Jedoch nicht mehr zu stark wie noch vor ein paar Monaten.
    Gestern war ich nun wieder bei der Kieferchirurgin und Sie meint, die einzige Lösung wäre, den Zahn zu ziehen.

    Was meinen Sie dazu? Gibt es noch Hoffnung den Zahn zu erhalten? Wie ich hier gelesen habe, hätte vor der WSR eine Revision der Wurzelbehandlung durchgeführt werden sollen. Das ist nicht passiert.

    Danke & viele Grüße,
    Verena

    1. Hallo Verena,

      der Prozess geht vom Zahn aus. Ein Antibiotikum nimmt Ihnen zwar die Schmerzen, kann den Prozess aber nicht zur Abheilung bringen. Man kann an einem Zahn auch mehrmals eine WSR machen – allerdings hat das nur Aussicht auf Erfolg, wenn man die alte WF zeitgleich revidiert und den Zahn von der Mundhöhle her wieder bakteriendicht verschliesst (adhäsive Kompositfüllung). Das wäre eventuell noch eine Möglichkeit den Zahn zu erhalten. Als Alternative sehe ich auch nur eine Entfernung des Zahns….

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

      1. Guten Morgen Herr Schmidt,

        danke für Ihre schnelle Antwort. Von einer zweiten WSR hat mit die Kieferchirurgin abgeraten, weil die Wurzel dafür zu kurz wäre. Inzwischen habe ich mich größtenteils damit abgefunden mich von dem Zahn verabschieden zu müssen. Ich wünschte meine Zahnärztin hätte es mit einer Revision der Wurzelbehandlung versucht, bevor sie mich zum Chirurgen geschickt hat. Aber naja, hinterher ist mal immer schlauer.

        Wenn der Zahn Schmerzen verursachen würde, fiele es mir leichter ihn ziehen zu lassen. Aber es ist ja nur ein komisches Gefühl beim Druck auf das Zahnfleisch über dem Zahn oder hin und wieder ein leichtes Ziehen, das eigentlich nur stört, weil ich weiß, dass da etwas nicht stimmt.

        Viele Grüße,
        Verena

        Viele Grüße,
        Verena

        1. Hallo Verena,

          wenn die Wurzel recht kurz ist, hat eine zweite WSR wohl keinen Sinn. Auch wenn der Zahn keine „richtigen“ Schmerzen bereitet: Sie spüren aber ja, dass etwas nicht in Ordnung ist und die Bakterien, die die Entzündung im Knochen verursachen können sich über die Blutbahn im ganzen Körper verteilen. Deswegen ist es schon ratsam die Sache in Ordnung zu bringen. Wenn das nur geht, indem man den Zahn entfernt, dann sollten Sie in den saueren Apfel beissen, da dieser Prozess – wie gesagt – Auswirkungen auf den ganzen Körper hat. Ich wünsche Ihnen alles Gute!

          Mit freundlichen Grüßen
          Dr. Achim Schmidt

  25. Hallo Herr Dr. Schmidt,

    schade das ich nicht in Ihrem Einzugsgebiet wohne, bei Ihnen hätte ich wirklich ein sehr gutes Gefühl! Auch oder insbesondere weil ich eine gewisse Angst vor Zahnarztbesuchen seit der frühen Jugend mit mir herumtrage… Finde Ihren Blog wirklich super! Danke ersteinmal dafür!

    Nun habe ich auch ein aktuelles Problem, mal wieder muss ich sagen. Das dürfte nun das dritte Mal in 10 Jahren sein, dass einer meiner Zähne eine wohl bakterielle Entzündung aufweist und pocht und zieht. Ich habe beides mal zuvor Antibiotika bekommen und beim letzten Mal hatte mit der Arzt eine WSR empfohlen, nachdem alles abgeklungen ist. Diese habe ich nie angetreten, war ja alles wieder gut nach den Antibiotika…

    Nun da es wieder soweit ist, frage ich mich was zu tun ist…der Zahn wurde nie erneut Wurzelnehandelt, meine ich.

    Jetzt ist die Frage, was tun?

    Abwarten bis es wirklich enorme Schmerzen sind und dann gleich ziehen lassen?

    Ich bin da jetzt wieder etwas ratlos…

    Grüße und Danke

    1. Hallo Herr Aich,

      ein Antibiotikum führt in solchen Fällen eigentlich immer nur zur Schmerzbeseitigung. Da die Entzündung vom Zahn ausgeht, könnten Sie auch ein halbes Jahr Antibiotika schlucken und die Entzündung (oder besser der Herd) wäre deswegen immer noch da. In solchen Fällen muss wirklich etwas getan werden. In Ihrem Fall würde ich zuerst die Wurzelfüllung erneuern und den Zahn an den Kanaleingängen mit einer Kompostfüllung bakteriendicht verschliessen. Danach kann man ein halbes Jahr abwarten (vorausgesetzt es kommt nicht wieder zu Beschwerden). Nach ca. 6 Monaten macht man ein Röntgenbild.
      Entzündung weg => Alles OK
      Entzündung nicht weg => Wurzelspitzenresektion
      Alternative 1: Neue Wurzelfüllung und WSR in einer Sitzung => nur ein Eingriff notwendig
      Alternative 2: Zahn entfernen => dann ist sicher Ruhe – es stellt sich aber die Frage, wie die Lücke dann wieder versorgt werden soll (Brücke oder Implantat => beides mit nicht unerheblichen Kosten verbunden)
      Auf jeden Fall müssen Sie etwas tun, da sonst die Schmerzen von Zeit zu Zeit immer wieder kommen werden – und gesund ist das auch nicht……

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  26. Hallo Herr Dr. Schmidt,

    ich habe nach einer Wurzelbehandlung (des vorletzten Backenzahns unten) beim Zahnarzt und Revision beim Entodontologen (die allerdings nur unvollständig durchgeführt werden konnte, da ein Kanal so dicht war, dass sie nicht wieder aufgebohrt werden konnte) noch immer Schmerzen. Die Schmerzen sind nicht schlimm, aber immer mal wieder da, v.a. auf seitlichen Druck mit der Zunge und auf heiß. Eine größere Enzündung im Bereich der Wurzelspitze ist bis jetzt nicht zu sehen. Nun (3 Monate nach der Revision der Wurzelbehandlung) wurde mir zu einer Wurzelspitzenresektion mit retrograder Wurzelfüllung geraten. Ich frage mich aber, ob diese nicht auch wieder erfolglos sein wird bzw. nur von kurzzeitigem Erfolg und ob nicht ein Ziehen des Zahnes mit anschließendem Implantat die bessere Lösung wäre. Was wäre Ihre Meinung?

    viele Grüße
    Andrea

    1. Hallo Frau Wolf,

      wenn der Zahn auf seitlichen Druck schmerzt, könnte das auf eine Fraktur oder einen Haarriß hindeuten. Entscheidend ist nicht, ob man eine „große“ Entzündung auf dem Röntgenbild sieht oder nicht; entscheidend ist Ihr Gefühl. Wenn der Zahn ab und zu schmerzt, dann kann etwas nicht stimmen. Sicherlich haben Sie die Chance dass es nach der WSR erst mal OK ist. Wie lange das dann aber so bleibt und ob sich die Beschwerden nach der WSR geben, kann Ihnen niemand im Voraus sagen. Ich sehe durchaus eine Chance, den Zahn zu erhalten – die sauberere Lösung ist allerdings in meinen Augen wirklich das Implantat.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  27. Hallo Herr Dr. Schmidt.

    Ich hatte vor ca. 7-8 Jahren eine Wurzelbehandlung an einem Backenzahn links oben (ich denke 26 oder36?).
    Zwischendurch hatte ich immer mal leichte Schmerzen, die jetzt aber nicht schlimm waren.
    Vor ca. 3 Wochen fing der Zahn aber plötzlich an richtig weh zu tun, nach 2 Tagen war aber alles wieder ok. Auf den Röntgenbildern konnte keine eine hundertprozentige Entzündung festgestellt werden. Laut meiner Zahnärztin, wäre dann meist oben ein schwarzer Fleck, der bei mir aber nicht vorhanden ist. Auf meinem Röntgenbild sieht man meinen Zahn, der gefüllt ist und wo nach oben hin so weiße viele kleine „Wege“ laufen. Sie meinte sie könne da nichts mehr machen. Ihre Empfehlung war zu einem Chirurgen zu gehen der diese Kappung dann durchführt, da es wohl in meinem Alter von 24 Jahren zu schade wäre, den Zahn ziehen zu lassen. Nach 2 Tagen waren die Schmerzen erstmal weg.
    Nach einer Woche fing der Zahn dann plötzlich wieder an weh zu tun + ein Zahn genau dadrunter (Karies).
    Da ich die Nacht nur mit Schmerzmitteln aushielt, bin ich direkt am Tag darauf zum Chirurgen gefahren.
    Der meinte auch das man keine Entzündung auf dem Röntgenbild sehen könnte, es aber die einzige Möglichkeit wäre das die Schmerzen EVENTUELL weggehen, wenn er die Kappung durchführen würde, oder halt den Zahn ziehen. Nachdem ich jetzt einen Termin für nächste Woche bekommen habe um diese Kappung durchführen zulassen, bin ich sofort zu meinem Zahnarzt gefahren und habe meinen Karies entfernen lassen. Das war schon sehr tief und knapp vor einer Wurzelbehandlung. Nachdem habe ich jetzt aber keine Schmerzen mehr.
    Ich weiß jetzt nicht ob ich diese Kappung durchführen lassen soll, obwohl man auf den Röntgenbildern keine eindeutige Entzündung feststellen kann und die Schmerzen zwischendurch mal für 2 Tage aufgetreten sind.
    Wüssten Sie da einen Rat?

    Liebe Grüße Alina

    1. Hallo Alina,

      es kann durchaus sein, dass der kariöse Zahn den Nerv irritiert hat und das der Auslöser für Ihre Schmerzen war. Warten Sie doch einfach nochmal 2-3 Wochen ab. Wenn die Schmerzen nicht wieder kommen, besteht meiner Meinung nach kein dringender Handlungsbedarf. Sollten die Schmerzen wiederkommen, würde ich zuerst die Wurzelfüllung erneuern lassen (7-8 Jahre sind eine lange Zeit). Erst wenn dann immer noch Beschwerden bestehen würde ich zur WSR raten (als letzte Möglichkeit). Wenn das dann auch nichts hilft müssen Sie sich höchstwahrscheinlich doch von dem Zahn trennen.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  28. Guten Tag Herr Dr. Schmidt,

    ich habe an einem kleinen Backenzahn oben eine Wurzelfüllung erhalten, vo ca. 1.5 Jahr.
    Ab und an pocht der Zahn ein wenig, daher wurde eine Aufnahme gemacht, die eine kleine Zyste zeigt.
    Der Zahnarzt hat mir eine WSR empfohlen. Der Chirurg selbst klärte mich auf, dass ich den Zahn auch endodontologisch behandeln lassen kann, Kosten trägt der Patient.
    Was würden Sie mir raten?

    Vielen Dank!

    1. Hallo Frau Burger,

      wenn es sich wirklich um eine Zyste handelt, dann bekommen Sie die mit einer reinen WKB nicht weg. Daher erscheint mir die WSR sinnvoll. Trotzdem würde ich die Wurzelfüllung vorher (oder in der selben Sitzung) erneuern lassen.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  29. Hallo Herr Dr. Schmidt,
    keine Ahnung wie mir der „Beckmann“ da untergerutscht ist…. Die eigentliche WKB war im Januar diesen Jahren (nicht im Mai). Macht das einen Unterschied in Ihrer Einschätzung ? Ist es möglich, daß die Montage des Glasfaserstiftes eine Undichtigkeit herbeigeführt haben köntne ?

    Im Vorwege vielen Dank für Ihre Mühe die Fragen zu beantworten !

    Mti freundlichem Gruß
    C.Keiss

  30. Hallo Herr Dr. Beckmann,
    ich würde mich freuen, wenn Sie zu meinem fall Stellung nehmen könnten :
    Zahn 37 fehlt schon einige Jahre, Zahn 36 wurde im Januar 2014 Wurzelbehandelt und mit Komposit verschlossen. Im Mai wurde er dann überkront (Vollkeramik mit Glasfaserstift), da ich sehr stark zubeiße und die Gefahr bestand, daß der Zahn dabei auseinanderbricht. Am Anfang nach der Kronenmontage war der Zahn aufbißempfindlich, was sich aber dann legte. Sein Anfang Oktober dann starke Schmerzen, die mittlerweise auf leichte, aber tagsüber konstante Schmerzen abgeklungen sind. Zahn druckempfindlich auf Druck mit Finger. Das Röngenbild vom Oktober ist gleich mit dem vom Mai, keine Auffälligkeiten sichtbar. ZA stellte beide Möglichkeiten vor ( Revision / WSR) , tendierte aber zur WSR. Hierzu nun meine Fragen : Ich tendiere zur Revision sollte man dies bei einem speziellen Endontologen machen lassen oder „normaler“ ZA? Was wird mit der Krone geschehen ?

    Vielen Dank im Voraus

    C.Keiss

    1. Hallo Herr Keiss,

      Ich weiß zwar nicht, wer Dr. Beckmann ist – aber ich werde mal versuchen die Frage zu beantworten ;-)). Wenn der Zahn erst im Mai diesen Jahres die WKB bekommen hat, kann da eigentlich nicht nach so kurzer Zeit etwas „undicht“ sein, wenn die WKB sauber durchgeführt wurde – wovon ich ausgehe. Deshalb tendiere ich in Ihrem Fall – wie der Behandler – eher zur WSR als zur Revision. Außerdem: bei der WSR bleibt die Krone erhalten – bei einer Revision mit neuem Aufbau kann evtl. eine neue Krone notwendig werden.
      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  31. Vielen Dank für Ihre Meinung, Herr Dr. Schmidt. Es ist übrigens der selbe Endo der jetzt die WSR vorschlägt, der 2006 die WF vorgenommen hat. Seiner Meinung nach, war die Entzündung all die Jahre dort, hat sich nur nie gezeigt. Bis eben jetzt. Die Krone hält er für dicht. Daher ja die WSR um jetzt die Entzündung wegzubekommen. Halten Sie diese Aussage für plausibel? Eine Entzündung zeigt sich über viele viele Jahre nicht? Nochmals vielen Dank für Ihre Antwort vorab.

    1. Das ist ohne weitere Hintergrundinfos schwer zu beurteilen. Wenn er die Endo selbst gemacht hat als Spezialist kann er wohl am besten beurteilen was mit dem Zahn los ist. Es klingt zwar für mich etwas sonderbar, aber wenn er eine WSR für sinnvoll hält, wird er wissen warum. In diesem Fall würde ich mich dem Spezialisten anschliessen.
      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  32. Ich hatte 2006 eine Wurzelbehandlung (6er unten rechts) bei einem Endodontologen machen lassen. Zunächst sogar noch ohne Krone. Dann ist nach einiger Zeit aber ein Stück abgebrochen und es wurde eine Krone angefertigt. All die Jahre ist nie etwas gewesen. Plötzlich hatte ich 2014 ausgerechnet im Urlaub heftigste Schmerzen an dem Zahn. Druckempfindlich und leichte Schwellung. Eine Entzündung die ich mit 7 Tage 3x täglich Amoxicillin wieder wegbekommen habe. 14 Tage später war ich zurück und bei meinem ZA. Dass ein Zahn nach so langer Zeit wieder Probleme bereitet hatte er noch nicht erlebt. Er untersuchte die Krone und fand keine Unrichtigkeit. Er röntgte den Zahn und verglich die Bilder aus 2007, 2011 und 2014. Leider fand sich ein Schatten an einer Wurzelspitze. Er meinte, es kann aus unergründlichen Situationen zu so einem Verhalten kommen und riet mir zur WSR. Ich bin seit Einnahme der Antibiotika jedoch wieder vollkommen Beschwerdefrei (gut 3 Monate). Soll ich die WSR jetzt dennoch machen lassen?

    1. Hallo Herr Becker,

      mit dem Antibiotikum bekommen Sie zwar die Schmerzen weg – aber nicht die Entzündung an der Wurzelspitze. Nach einer so langen Zeit bringt eine WSR alleine in meinen Augen keine dauerhafte Heilung (vgl. unser Blog-Artikel). Dass Sie im Moment keine Schmerzen haben ist zwar schön, aber solange die Entzündung an der Wurzelspitze vorhanden ist kann sich das auch schnell wieder ändern (wahrscheinlich wieder im Urlaub oder am Wochenende ;-))). Ich würde Ihnen raten nochmal zum Ende-Spezialisten zu gehen und die gesamte Wurzelfüllung incl. Aufbau erneuern zu lassen. Damit sparen Sie sich höchstwahrscheinlich auch die WSR. Ich wünsche Ihnen alles Gute!

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  33. Hallo Herr Dr. Schmidt,

    ich habe zu Zeit ähnliche Probleme und hoffe auf einen guten Rat. In meinem Portugalurlaub im August diesen Jahres hatte ich einen leichten Druck an meinem voletzten oberen, linken Backenzahnn, minimal Entzündungsschmerz am Zahnfleisch an der größeren Lücke zwischen diesem Zahn und dem Zahn davor ( dort setzen sich auch immer Essensreste zwischen). Die Schmerzen wurden innerhalb kürzester Zeit unerträglich und auch zwei Iboprofen 600 zeigten keine Wirkung, meine Lymphknoten schwollen stark an und mein linkes Nasenloch tropfte. Wieder Zuhause bin ich schnellstmöglich zum Zahnarzt, dieser versuchte zuerst mittels verschiedener Tests den richtigen Zahn herauszufinden, da ich mir nicht sicher war (meine halbe Kopfhälte war ein Schmerz), aber das konnte er nicht wirklich zuordnen, da dieser Zahn und auch die beiden Nebenzähne weder bei Kälte noch auf Klopfen mit Schmerz reagierten. Ich habe dann ein Rezept für Penecellin bekommen und die Anweisung beim Chirurgen eine WSR durchführen zu lassen. Nach 4 Tagen waren die Schmerzen immer noch nicht besser und ich bin nochmals zum Zahnarzt. Dieser konnte mir leider nicht helfen und ich müsse abwarten, bis das Antibiotikum anschlägt. Er hat dann aber noch ein Röntgenbild gemacht und auf diesem war im Bereich des wahrscheinlich betroffenen Zahnes ein leichter Entzündungsschatten zu sehen – dieser Zahn ist übrigens Wurzelbehandelt und ein Metallstift drin und überkront. Auf dem Röntgenbild war allerdings auch zu sehen, dass ich am oberen rechten, hintersten Backenzahn eine sehr, sehr deutliche Entzündung an der Wurzelspitze habe. An diesem Zahn hatte ich auch eine Wurzelbehandlung, bei der leider ein Zahnarzt instrument abgebrochen ist uns seit dem dort auch drinsteckt und uberkront wurde. Dort müsse ich auch eine WSR machen lassen, sagte mir der Zahnarzt. Ich habe mich dann ziemlich viel informiert, da ich Angstpatientin bin und bin mir nach den vielen Berichten sehr unsicher, was ich machen soll. Ich habe einen Termin beim Kieferchirurgen am 23.10. , aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich mir die Zähne eventuell besser ziehen lassen sollte. Denn bei dem einen Zahn wird ja die Ursache (das Zahnarztinstrument) nicht entfernt und bei dem anderen Zahn glaube ich, dass dort schon so viel gemacht wurde, dass mein Körper den Zahn nicht mehr haben möchte. Die Schmerzen sind zur Zeit weg, aber wenn ich auf den vorletzten oberen linken Zahn drücke, habe ich einen schlechten Geschmack im Mund… Ich bin so unsicher was ich machen soll. Übrigens von etwa 9 Personen, die ich kenne und die schon eine WSR machen lassen haben, haben 8 davon diesen Zahn jetzt nicht mehr. Ich hoffe Sie können mir einen kleinen Rat geben. Viele Grüße, Steffi Huntermann

    1. Hallo Frau Huntermann,
      so wie sich das bei Ihnen anhört sind die Zähne schon länger wurzelbehandelt. Eine WSR in Verbindung mit einer neuen Wurzelfüllung und einer erneuten Reinigung des Zahns könnte durchaus erfolgversprechend sein. Eine WSR ohne Austausch der WF halte ich dagegen für sinnlos (zumindest mittel- bis langfristig). Ansonsten bliebe wirklich nur die Entfernung der Zähne. Dort stellt sich dann allerdings wieder die Frage, wie man die Lücken schliessen möchte. (Implantat => Fremdkörper im Knochen / Brücke => Abschleifen der Nachbarzähne notwendig). Für die Einschätzung müsste ich auch wissen wie groß sich die Entzündung an der Wurzelspitze zeigt. Auch müsste im Falle der WSR mit neuer WF bei dem Zahn mit der Krone sowohl die Krone als auch der Stift entfernt und später wieder neu angefertigt werden, was auch wieder Kosten nach sich zieht. Sprechen Sie doch nochmal mit Ihrem Zahnarzt und versuchen Sie gemeinsam eine Lösung zu finden. Entweder WSR mit neuer WF oder Extraktion. Einfach nur die Wurzelspitze abzuschneiden halte ich dagegen für eine (wie so häufig in der heutigen Medizin) rein symptomatische Therapie, die keine Aussicht auf einen langfristigen Erfolg bietet.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

      1. Hallo Herr Dr. Schmidt,
        herzlichen Dank für die rasche Antwort. Ich werde Ihren Rat befolgen und noch einen Termin mit meinem Zahnarzt machen. Sie haben Recht, die Wurzelbehandlungen sind etwa 3 Jahre her beim Zahn, in dem das Instrument drin steckt und beim Anderen noch länger. Ist es also nicht so schlimm, dass dieser Fremdkörper im Zahn steckt und eine neue Wurzelfüllung ist trotzdem möglich? Nochmals vielen Dank, ich bin froh, Ihren Blog entdeckt zu haben. Freundliche Grüße, Steffi Huntermann

  34. Ich hatte vor mehreren Monaten eine Wurzelbehandlung und jetzt, nachdem die neue Brücke drauf ist, habe ich Schmerzen. Auf dem Röntgenbild sieht man, dass sich neben dem Zahn eine Tasche gebildet hat, in der eine Entzündung bis unter den Zahn gebildet hat. Antibiotika hat nur kurz geholfen. Meine Zahnärztin hat mir eine WSR empfohlen. Ich bin davon aber nicht überzeugt. Gibt es noch eine andere Möglichkeit?

    1. Hallo Frau Beckmann,

      entschuldigen Sie bitte die späte Antwort. Ich hatte Ihre Anfrage bereits im Urlaub von meinem iPad aus beantwortet, aber scheinbar ist da was schiefgelaufen….
      Zum Thema: Wenn sich eine Tasche bis zur Wurzelspitze gebildet hat wäre zu klären, ob dieser Prozess wirklich von der Wurzelkanalbehandlung ausgeht oder ob es sich um ein „Zahnfleisch-Problem“ (Parodontitis oder Knochenrückgang auf Grund geänderter Belastungsverhältnisse durch die neue Brücke). Idealerweise würde ich die Brücke noch einmal abnehmen, evtl. die Wurzelfüllung nochmal erneuern, die Tasche reinigen und spülen und dann die Brücke provisorisch wiederbefestigen und ein paar Monate abwarten. Je nachdem wie es dann aussieht kann man dann immer noch eine WSR machen oder vielleicht versuchen den Knochendefekt wieder aufzufüllen. Wie immer: Diese Empfehlung ist „laut gedacht“ – ohne genauere Vorgeschichte und Röntgenbilder ist die Sache nicht abschließend zu beurteilen.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  35. Guten Tag Herr Dr. Schmidt,

    im Dezember 2013 habe ich zwecks Brücke 3 Zähne schleifen lassen und um ein einheitliches Bild zu haben noch zusätzlich 3 Zähne überkronen lassen. Also es wurden an einem Tag 6 gesunde Zähne geschliffen, zwar einige nicht mehr so schön aber sie vorbereiteten keine Schmerzen. Nach einem Monat bekam ich die neuen Kronen und die Brücke wurde sofort festgeklebt sowie ein Eckzahn. Sofort nach dem Festkleben hatte ich unerträgliche Schmerzen, man sagte mir es wurde ein paar Tage dauern und dann geht vorbei. Aber die Schmerzen ließen nicht nach und weil ich am Ende meiner Kräfte war, habe ich dann nach und nach bei 4 Zähne eine Wurzelbehandlung durchführen lassen. Bei dem letzten Eckzahn ist die Wurzelbehandlung komplett schief gelaufen, Abszess, 3x Inzision, der Zahn musste offen bleiben, geschwollene Gesicht, 4 Wochen Antibiotika, 4 unterschiedliche… Nach 8 Wochen habe ich endlich eine Wurzelfüllung. Es nervt aber im Moment tut nicht weh. Probleme bereiten die zwei Zähne vor der Brücke auch nach der Wurzelbehandlung, tuen immer noch weh, kann nicht kauen. Habe ein DVT 3-D durchführen lassen beim Zahnchirurg, keine Entzündung an der Wurzel, kein vergessener Kanal. Also sie wissen nicht warum ich immer noch Zahnschmerzen habe und raten mir zu einer WSR. Die zwei Zähne die ich vor 8 Jahren verloren habe, sind nach einer WRB und nach WSR porös und brüchig geworden sodass ich sie doch ziehen sollte. Die WSR war sehr sehr Schmerzhaft und heilte sehr langsam. Jetzt können Sie sich vorstellen, dass ich überhaupt nicht begeistert bin, erneut bei den Nachbarszähnen die selbe Tortur mit ungewissem Erfolg durchzuführen. Wenn ich die zwei Zähne ziehe, dann fällt mir aber die ganze rechte Seite an Zähne. Was soll ich machen Ihrer Meinung nach?
    Noch ein Vermerk ich musste nach 3 Monate meine neue Kronen alle durchbohren lassen. Sie werden garantiert nicht so viele Jahre halten. Warum hat er sie überhaupt sofort festgeklebt und kann ich verlangen, dass meine Zahnarzt sie erneuert?
    Vielen Dank im voraus für Ihren guten Rat.

    1. Hallo,

      sowas passiert leider immer wieder. Bei uns ist es zumindest so, dass die Kronen ohne Beschädigung wieder abgenommen werden können. Falls nötig machen wir seitlich ein Loch in die Krone, das vom Labor später wieder unsichtbar verschlossen werden kann. Wenn sich auf dem DVT keine Entzündungen feststellen lassen, dann ist die Entzündung entweder „zu frisch“ oder die Schmerzen haben einen anderen Grund. Wenn etwas mit dem Biss nicht stimmt (Kronen zu hoch oder zu niedrig) können auch Schmerzen an den Zähnen auftreten. Dass kurz nach dem Einsetzen die Zähne etwas „beleidigt“ reagieren ist zwar nicht unbedingt normal, liegt aber trotzdem im Bereich des Möglichen. Einen Rat kann ich in einem so komplexen Fall nur schwerlich geben. Dazu habe ich zu wenig Einblick. Wenn Ihnen nach eventuellen Extraktionen die Zähne auf einer Seite komplett fehlen, ist Ihnen damit dann auch nicht weiter geholfen. Die Zähne müssen wieder ersetzt werden. Wenn Sie wieder feste Zähne haben wollen, kämen nur Implantate in Frage. Bei 2 Implantaten und einer grossen Brücke müssen Sie aber sicherlich mit Kosten um die 4000 EUR (GROBE Schätzung – ohne Gewähr!!!) rechnen. Da Sie ja gerade erst diese neuen Kronen bezahlt haben sind Sie wahrscheinlich nicht scharf darauf nochmal einen großen Batzen Ihres Ersparten zu investieren. Dann bliebe allerdings wirklich nur der Versuch die Zähne zu erhalten => WSR.
      Wie gesagt: Ich kann Ihnen dazu leider keine Empfehlung geben – das müssen Sie selbst entscheiden.
      Ich wünsche Ihnen jedenfalls alles Gute!

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  36. Guten Tag Herr Dr. Schmidt,
    ich hatte am 46er vor ca. 10 Jahren eine Wurzelbehandlung und war danach ca. 9 Jahre schmerzfrei.
    Vor einem knappen Jahr traten zunehmend lästige Beschwerden auf und es wurde deshalb am 17.7.2014 eine WSR durchgeführt. Der postoperative Verlauf war unauffällig; zurückgeblieben allerdings ist ein zwar nicht starker aber lästiger Druckschmerz von außen über dem OP-Gebiet, Kauschmerz gibts nur minimal bei harten Sachen, zB Samen oder Nüsse. Ansonsten treten leichte Schmerzen nach langem Reden (berufsbedingt) auf. Mein Zahnarzt meint, dies sei bis 3 Monate nach der OP noch normal und auf die Granulation/Wundheilung im Kieferknochen zurückzuführen. Bin aber dennoch beunruhigt.
    Können Sie sich dieser Interpretation anschließen oder würden sie eine nachträgliche erneute Kanalbehandlung empfehlen bzw. zur Extraktion raten falls sich Beschwerden weiter verschlimmern?
    Mit vielem Dank für Ihrer selbstlosen Bemühungen im Voraus und freundlichen Grüßen

    1. Hallo Herr Petrow,
      wurde vor der WSR die Wurzelfüllung nochmal erneuert? (siehe Artikel – Fall 2). Wenn über die Jahre wieder Bakterien in das Kanalsystem gekommen sind hätte zuerst mal die WF erneuert werden sollen. Evtl. wäre dann auch gar keine WSR notwendig geworden. Eine WSR macht nur Sinn, wenn man sich sicher sein kann, dass der Zahn „sauber“ ist. Falls dies versäumt wurde, befürchte ich, dass Sie keine Ruhe bekommen werden. Jetzt nach der Resektion die Wurzelfüllung nochmal zu erneuern ist schwierig. Da die Resektion aber ja wirklich erst gut 4 Wochen her ist, würde ich aber erst nochmal abwarten. Eine zweite Resektion bringt in der Regel nichts (es sei denn man revidiert (erneuert) dann dabei die WF und desinfiziert das Kanalsystem nochmals gründlich). Ich wünsche Ihnen jedenfalls alles Gute und einen guten Heilungsverlauf.
      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  37. Sehr geehrter Herr Dr. Schmidt,

    im Apri/ Mai 2012 wurde bei mir am Backenzahn eine Zahnwurzelresektion vorgenommen.
    Nach dieser besuchte ich den behandelnden Chirurg schätzungsweise noch 6 – 7 mal, da ich, wie ich auch immer wieder mitgeteilt habe, einen Druckschmerz verspüre und die Schwellung deutlich sichtbar, bis dato nie abgeklungen ist. Nach meiner Schätzung, ich habe dieses leider nicht dokumentiert, wurden ca. noch 4-5 Röntgenaufnahmen gemacht, mit immer derselben Aussage: ich hätte nichts mehr und da ist alles in Ordnung. Auch nach meiner konkreten Nachfrage nach einem Rezediv wurde das ausdrücklich verneint.
    Da der Druck, Spannungs, bzw. Klopfschmerz trotzdem nie wegging, wurde ich aber doch unruhig und ich wollte mir eine 2. Meinung einholen.
    Der neue Arzt sagte mir sofort nach Begutachtung (ohne zu Röntgen), dass schon allein an meiner rötlichen Schwellung (Richtung Backe), schon deutlich zu erkennen sei, dass dieses eine ordentliche Entzündung sei und auch schlampig gearbeitet worden sei, was das Röntgenbild bestätigte.
    Er riet mir dazu den Zahn zu ziehen und ein Implantat oder Brücke zu setzen, die Heilungschance einer erneuten Resektion lägen bei 20:80. Noch unruhiger holte ich mir eine 3. Meinung von einem erneuten Kieferchirurg ein – der riet mir nun zur erneuten Resektion (Heilungschance 50:50), da ich mit 46 Jahren Probleme mit einer Brücke und der Knochenaufbau bei Implantat sich schwierig gestalten könnte und man könnte ja (ganz lapidar) dann nach 2 Jahren immer noch ziehen .
    Mein Bauchgefühl sagt mir raus damit, weil die OP war weiss Gott kein Lacher und die letzten 2 1/2 Jahre waren doch durchaus eine Beeinträchtigung meines Wohlbefindens (auch immer eine leichte Schwellung) – das brauche ich jetzt nicht noch mal.
    Halten Sie meine Entscheidung zur Extrahierung für angemessen ?

    Vielen verbindlichsten Dank im Voraus und einen schönen Tag für Sie

    1. Hallo Herr Kemna,

      ohne Röntgenbild ist das nicht eindeutig zu beurteilen. So wie Sie den Sachverhalt schildern, würde ich aber auch zur Extraktion tendieren, da eine 2. Resektion in den seltensten Fällen dauerhafte „Ruhe“ beschert. Die Entfernung des Zahnes ist jedenfalls die sauberste Lösung.

      Liebe Grüße und alles Gute
      Dr. Achim Schmidt

      1. Hallo Herr Dr. Schmidt,

        erstmal möchte ich diesen außergewöhnlichen kostenlosen und prompten Service hier loben und Ihnen meinen herzlichen Dank aussprechen. Sie haben mir damals schon mit Ihrem Rat zu einer Entscheidungsfindung verholfen, die ich dann auch guten Herzens durchführen lassen habe.
        Der Zahn ist mir nun vor gut einem halben Jahr unter Halbnarkosen gezogen und die Wunde dementsprechend behandelt worden, da die Entzündung schon sehr weit fortgeschritten gewesen sein soll und schon viel angegriffen hätte. Die Wundverheilung lief gut und ohne Komplikationen. Die Unterseite des Zahnfleisches ist ohne Rötungen oder Auffälligkeiten wieder fest zusammengewachsen. Allerdings ist an der Backenseite (wo die Resektion erfolgte) das Zahnfleisch immer noch stark gerötet, aber ohne nennenswerte Druckempfindlichkeit oder Schmerzen. Allerdings merke ich das ganze jedoch noch deutlich und irgendwie ist da noch “ Bewegung“ drin. Das seltsame ist, dass wenn ich seit dem beim linken Nasenloch (links war auch die OP) stark hochziehe habe ich das Gefühl, dass es irgendwie nach Eiter schmeckt. Mein Arzt sagt dass die Entzündung 1000 %ig (O -Ton) weg wäre und alles Ok ist, das könnte man an dem sehr gutem Heilungsverlauf festmachen. Da ich aber ein gebranntes Kind bei solchen Aussagen bin, ich möchte gerne vertrauen, habe aber Angst, dass die Entzündung irgendwie doch noch da ist. Kann das sein, wenn doch das Zahnfleisch an der Wunde perfekt zugeheilt ist ? und ist dieses gerötete Zahnfleisch (Richtung Wange) normal ?- der Arzt sagte hier müsse erst noch der Knochen nachwachsen. Und das ich das ganze irgendwie immer noch deutlich nach einem halben Jahr merke ?
        Nochmals besten Dank für Alles und einen schönen Tag für Sie wünscht
        Christian Kemna

        1. Hallo Herr Kemna,

          so wie Sie die Sache schildern, würde ich zum HNO gehen und mal die Kieferhöhlen nachschauen lassen. Ich hatte vor kurzem selbst erst eine Resektion und eine Extraktion. Nach ca. 3-4 Wochen war alles vergessen. Wenn das jetzt schon ein halbes Jahr bei Ihnen her ist, würde ich da schon nochmal nachschauen lassen. Als Möglichkeiten haben Sie:
          HNO => Endoskop oder Ultraschall
          ZA/Chirurg => OPG oder DVT
          Die erste Station wäre für mich der HNO. Wenn der nichts findet können Sie noch ein DVT machen lassen
          Wenn beides ohne Auffälligkeiten ist, können Sie beruhigt sein – dann ist 100%ig sicher (O-Ton ;-)) alles OK.

          Mit freundlichen Grüßen
          Dr. Achim Schmidt

          1. Danke für die schnelle Antwort – ich werde das mit dem HNO jetzt in Angriff nehmen und habe mir heute einen Termin besorgt.
            Ich danke Ihnen ausdrücklich und wünsche einen schönen Tag.

            mfg Christian Kemna

  38. Sehr geehrter Herr Dr. Schmidt,

    ich habe im Januar dieses Jahres eine Zahnwurzelbehandlung gehabt, und jetzt seit ein paar Wochen verspüre ich einen kleinen Knubbel am Zahnfleisch oberhalb des behandelten Zahnes (es müsste sich um Zahn 26 handeln). Ich kaue sehr selten auf der neu behandelten Seite da dies unangenehm ist und des Weiteren ein etwas komischer Geruch/Geschmack daraus hervortritt. Ich war heute beim Zahnarzt und der hat mich zum Spezialisten überwiesen, der die Wurzelbehandlung durchgezogen hatte. Die Assistentin rief auch soeben zurück und meinte es müsste wohl eine Wurzelspitzenresektion gemacht werden. Ich würde aber viel eher den Zahn noch einmal neu behandeln lassen d.h. eine erneute Zahnwurzelbehandlung vorziehen. Was halten Sie davon? Was würden Sie mir raten?

    PS: Im August letzten Jahres habe ich eine Wurzelbehandlung von Zahn 27 gehabt und hier hatte ich keinerlei Probleme.

    Mit freundlichen Grüssen,

    Frau R. Hoffmann

    1. Hallo Frau Hoffmann,

      ohne Röntgenbilder kann ich dazu leider nur wenig sagen. Grundsätzlich würde ich auch eine erneute Wurzelkanalbehandlung einer Resektion vorziehen. Es gibt aber Fälle in denen sich der Zahn trotz aller Anstrengungen nicht beruhigen/ausheilen läßt. Meist ist eine Zyste an der Wurzelspitze die Ursache und die bekomme ich mit einer herkömmlichen Wurzelkanalbehandlung nicht weg. Hier stellt die Resektion die einzige und letzte Möglichkeit dar, den Zahn zu erhalten. Alternativ hätten Sie die Möglichkeit den Zahn entfernen zu lassen (macht in den nächsten Jahren höchstwahrscheinlich wieder Probleme) und die Lücke entweder mit einer Brücke oder einem Implantat zu schliessen.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  39. Sehr geehrter Herr Dr. Schmidt,
    Vor 9 Jahren habe ich am letzten Backenzahn des rechten Oberkiefers eine Wurzelkanalbehandlung mit Goldkrone bekommen. Damals war beim benachbarte Zahn gleichzeitig eine tiefe Füllung nötig. Ein paar Jahre hatte ich Ruhe, aber seit einiger Zeit ist das Zahnfleisch zwischen beiden Zähnen stark entzündet. Gelegtlich pochte der wurzelkanalbefüllte Zahn sehr stark, Behandlungen des Zahnfleischs (Spritzen, Chlorhexamed) brachten keinen Erfolg. Aktuell sind die Zahnschmerzen akut, vom Gefühl her ein pochen und stechen mit Ausstrahlung in Richtung der oberen Frontzähne. Beim Kältetest reagiert der wurzelkanalbefüllte Zahn gar nicht, der Zahn daneben kaum. Auf dem Röntgenbild sieht man schwarze Schatten um die Wurzelspitze des wurzelbefüllten Zahnes. Meine Ärztin plädiert nun für eine Entfernung des bereits wurzelbefüllten Zahnes, da eine Wurzelspitzenresektion keine langfristige Linderung bringen würde. Auf ein Implantat könne ich auch verzichten, da es sich um den letzten Backenzahn handele. Dennoch schließt sie nicht aus, dass auch der benachbarte Zahn angegriffen ist – will aufgrund der Symtomatik und des Bildmaterials aber mit der Extraktion des letzten Backenzahns beginnen. Am Freitag soll ich mich entscheiden, bis dahin nehme ich ein Antibiotikum um die Entzündung zu lindern.
    Raten Sie auch zur Extraktion? Und könnte man wirklich auf ein Implantat verzichten? Ob Extraktion oder Resektion, ich habe große Angst vor dem Eingriff und einer Fehlentscheidung.
    Vielen Dank für Ihren Rat schon im Voraus.
    H. Günther

    1. Sehr geehrte Frau Günther,
      in Ihrem Fall kann ich es kurz machen, So wie Sie die Sachlage beschreiben, stimme ich der Meinung Ihrer Zahnärztin vollkommen zu. Ein zweizeitiges Vorgehen ist in diesem Fall sehr vernünftig und ohne Vorbehalt zu befürworten und so eine Extraktion ist normalerweise halb so schlimm. Nur Mut – ich wünsche Ihnen alles Gute!

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

      1. Sehr geehrterer Herr Dr. Schmidt,
        Vielen Dank für Ihren raschen Zuspruch, damit wird es wohl auf die Extraktion hinauslaufen.
        Was aber meinten Sie mit dem „zweiseitigen“ Vorgehen? Und stimmen Sie der Ansicht meiner Ärztin zu, dass ein Implantat für den letzten Backenzahn des Oberkiefers verzichtbar ist? Ich habe gelesen, dass es dann ggf. zum Knochenschwund im Kiefer aufgrund der fehlenden Kaubelastung kommen kann. Kosmetische Argumente gibt es bei mir keine, da der fehlende Zahn beim Lachen nicht sichtbar wird.
        Erneut vielen Dank für Ihre Rückmeldung schon im Voraus und für Ihre wirklich tolle Unterstützung!
        Viele Grüsse,
        H. Günther

        1. Hallo Frau Günther,
          nicht „zweiseitiges“ sondern „zweizeitiges“ Vorgehen. Heißt, dass ich es gut finde, dass Ihre Zahnärztin nicht gleich auch noch den eventuell betroffenen Nachbarzahn angehen will, sondern sich zuerst um den wurzelkanalbehandelten Zahn kümmert.Das mit dem Implantat müssen Sie selbst entscheiden. Wenn Ihnen der letzte Zahn nicht fehlt und Sie zu wenig Kaufläche haben, kann man getrost auf ein Implantat verzichten. Das mit dem Knochenschwund ist allerdings richtig. Aber auch hier könnte man wahrscheinlich in ein paar Jahren noch ein Implantat setzen – dann mit einem entsprechenden Knochenaufbau (funktioniert in den meisten Fällen – ohne Röntgenbild aber nicht zu beurteilen)

          Mit freundlichen Grüßen
          Dr. Achim Schmidt

  40. Sehr geehrter Herr Dr. Schmidt,

    vor einer Woche hatte ich eine WSR am 17 mit Laserreinigung an einem vor Jahren wurzelbehandelten Zahn. Auf beiden Seiten wurde der Kiefer aufgemacht (gaumen und aussen) Es wurde dick, schwoll wieder ab. Alles normal soweit. Seit gestern abend bemerke ich wieder eine Schwellung am Eingang auf der Gaumenseite. Es fühlt sich etwas seltsam an, sehr leichtes pochen, schmerzt aber nicht. Kauen kann ich auf dieser Seite noch nicht. Das liegt aber weniger am WSR behandelten Zahn sondern vielmehr am Zahn davor. Dieser ist nun beim kauen druckempfindlich. Wie groß ist die wahrscheinlichkeit, dass der Nahbarzahn auch entzündet ist (die entzündung war sehr groß) oder beschädigt wurde bei der WSR?
    Ein weiteres Problem ist, dass ich mich kurz vor den Beschwerden Zahnzusatz versichern wollte und nun durch die laufende Behandlung dies nicht möglich ist. Es muss vom Zahnarzt erst bestätigt werden, dass die Behandlung abgeschlossen ist und keine weiter angeraten ist. Ich habe nun Angst, dass der WSRbehandelte Zahn doch gezogen werden muss, wenn er erneut vereitert, ein weiterer Zahn zur Baustelle wird und zudem die Zähne nicht versicherbar sind. Ein Implantat kann ich mir nicht leisten… Können Sie mir Rat geben?

    1. Hallo,

      es tut mir leid, aber in diesem Fall kann ich Ihnen keinen Rat geben. Um Ihre erste Frage zu beantworten, müsste ich das Röntgenbild einmal gesehen haben und wissen, wie die WSR abgelaufen ist. Das mit der Zusatzversicherung ist ein Problem, zu dem ich in diesem Fall aber auch nicht wirklich etwas sagen kann. Ein großer Versicherungskonzern hat vor einiger Zeit damit geworben eine Versicherung anzubieten, wenn´s eigentlich schon zu spät ist (E…direkt). Vielleicht wäre das eine Möglichkeit. Zu Leistungen und Konditionen kann ich aber keine Angaben machen.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  41. Sehr geehrter Herr Dr. Schmidt,
    Seit drei Monaten habe ich Zahnschmerzen (Kälte und Hitzeempfindlich, kein Aufbeißen möglich) am unteren Backenzahn nach Überkronung und nehme täglich Schmerztabletten. Nach welcher Zeit ist eine Wurzelbehandlung angeraten und wird dabei wieder die Goldkrone entfernt und neu angefertigt? Der Zahnarzt rät zu warten wegen entzündetem Nerv, der sich noch von alleine beruhigen kann.
    Ich würde mich über Ihre Meinung freuen.
    Vielen Dank, mit freundlichen Grüßen
    Uta Joschko

    1. Hallo Frau Joschko,

      wenn Sie sich schon so lange mit Schmerztabletten über Wasser halten und eine Belastung des Zahnes nicht möglich ist, ist es in meinen Augen zwingend notwendig eine Wurzelkanalbehandlung (WKB) zu beginnen. Damit sollte es mit den Schmerzen dann erstmal vorbei sein. Es gibt allerdings keine 100%ige Garantie, dass die WKB ein Erfolg wird. Bei der von Ihnen geschilderten Symptomatik kann es auch sein, dass sich der Nerv noch beruhigt – allerdings würde das für mich bedeuten, dass der Nerv dann endgültig abgestorben ist => WKB notwendig.
      Sie kommen also meiner Meinung nach um eine WKB nicht herum. Was mit der Krone passiert, kann ich nicht genau sagen. Es gibt 2 Möglichkeiten:
      Der Zahnarzt hat die Krone noch nicht endgültig fest eingesetzt => Krone wird abgenommen – WKB – Krone wird wieder eingesetzt (Krone wird nicht beschädigt)
      Der Zahnarzt hat die Krone fest zementiert => In diesem Fall muss in die Kaufläche der Krone ein Loch geschliffen werden – WKB durch die eröffnete Krone – Verschluss der Krone mit einer Kompositfüllung (Krone wird aufgebohrt, kann aber trotzdem nach Verschluss mit Komposit weiter verwendet werden.
      Wegen der anhaltenden Schmerzsymptomatik würde ich jedenfalls nicht mehr länger warten, sondern umgehend mit einer WKB beginnen.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  42. Guten Tag Herr Dr. Achim Schmidt,

    Ich hatte vor mehr als 5 Jahren (den genauen Zeitpunkt weis ich allerdings nicht mehr) eine Wurzelkanalbehandlung mit anschließender Anbringung einer Krone. Bis Dato hatto ich mit diesem Zahn keine Probleme, nun hat sich unterhalb der Wurzel eine Zyste gebildet die sich entzündet wodurch ich eine starke Schwellung und leichte bis mittlere Schmerzen hatte. Mein Zahnarzt hat mir daraufhin Antibiotika verschrieben dadurch ist die Entzündung zurückgegangen. Er meinte aber auch das die Zyste chirurgisch entfernt werden müsste und ich einen Facharzt für Endodontische Chirurgie aufsuchen soll, das hab ich auch getan. Nach nach Begutachtung des Röntgenbildes und einem Gespräch wurden mir vom Chirurgen zwei Möglichkeiten aufgezeigt.

    1. Revision der Wurzelfüllung
    Der Chirurg meinte er halte diese Option für die nachhaltigere, den dadurch wird das Eindringen der Bakterien in den Zahn beseitigt, falls die Versiegelung undicht sein sollte. Jedoch handelt es sich bei diesem Eingriff nicht um eine Kassenleistung, sodass Mehrkosten von bis zu 1000 Euro auf mich zukommen werden. Außerdem wird die Krone angebohrt, was bedeutet das innerhalb der nächsten 1-2 Jahre diese erneuert werden sollte.
    Nach diesem Eingriff muss kontrolliert werden ob sich die Zyste zurückbildet, ist dies nicht der Fall kommen wir zu Möglichkeit 2.

    2. Wurzelkanalresektion
    Gleich operieren die Zyste entfernen und das kürzen der Wurzelspitzen. Das Problem ist, das durch eine undichte Versiegelung erneut eine Zyste und Entzündung entstehen kann und somit die Ursache nicht beseitigt wurde, wie Sie ja bereits in Ihrem Artikel erwähnt haben.

    Meine Frage ist nun wie groß sind in meinem Fall die Erfolgsaussichten zwischen Variante 1 und 2? Mir ist klar das Sie für eine genaue Beurteilung sich die Situation selbst anschauen müssten, hoffe aber das für eine grobe Einschätzung die Schilderung ausreichend ist. Ich hab zwar momentan eine Tendenz bin mir aber noch unsicher ich möchte einfach zwei Eingriffe vermeiden vorallem einen operativen Eingriff!

    Ich würde mich über ihre Beratung freuen!

    Mit freundlichen Grüßen

    1. Hallo,

      Variante 2 alleine bringt gar nichts – spätestens in 2 Jahren (meist früher) haben Sie das selbe Problem wieder. Es müsste auf jeden Fall erst Variante 1 gemacht werden. Meist ist aber nach Variante 1 auch noch Variante 2 notwendig. Dann kann Ihnen aber immer noch niemand eine Garantie geben, ob es dann gut ist bzw. wie lange es gut ist. In den meisten Fällen fährt man besser man verabschiedet sich von dem Zahn und schliesst die Lücke mit einem Implantat oder einer Brücke.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  43. Guten Tag

    Ich hatte vor ca 12 Jahren eine Wurzelbehandlung oben links am 2. hindersten Stockzahn. Nun ist er wieder stark enzündet und ich nehme Antibiotika. Mir hat mein Zahnarzt empfohlen mein Zahn zu ziehen. Er kann aber selber keine Wurzelspitzenresektion machen darum weiss ich nicht ob er mir einfach ein teures Implantat machen möchte :( Aber nachdem ich Ihren Artikel gelesen habe wäre ich Typ 2 und sie würden mir keine Wurzelspitzresektion raten da es nur vorübergehend wäre, habe ich das richtig verstanden? Ich möchte einfach nicht so viel Geld für ein Implantat ausgeben und habe gehofft den Zahn so retten zu können…. Ein Loch lassen ist vermutlich auch keine Option da sich der hinterste Zahn verschieben würde richtig?
    Vielen Dank für Ihr Feedback.

    Freundliche Grüsse

    1. Langfristig werden Sie um die Extraktion des Zahnes nicht herumkommen. Wenn der Zahn dahinter noch gut ist könnte man statt des Implantats auch eine Brücke machen. Das wäre von den Kosten her sicher günstiger.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

  44. Meine Entscheidung zur Extraktion stand schon zu 95% vor Ihrer Antwort fest. Mir war nur eine zweite Meinung wichtig und einfach das Erklären mancher Dinge.Das Sie das Ganze ohne Röntgenbilder und Untersuchung nicht genau beurteilen können, ist mir vollkommen bewusst. Aber das Sie mir bspw. Gründe für das Bluten nennen konnten,hat mir sehr geholfen, denn bis jetzt wurde das einfach als komisch abgetan,aber nicht weiter untersucht,obwohl ich immer wieder nach Ursachen gefragt habe.
    Vielen Dank nochmals!!

  45. Hallo,
    meine Zahnprobleme haben im Januar 2013 begonnen.
    Ich hatte leichte Zahnschmerzen am letzeten Backenzahn links oben, sowie am vorletzten rechts unten.
    Bei beiden Zähnen wurden ein Loch gefunden und der Zahn jeweils aufgebohrt und der Nerv angebohrt.
    Der untere Zahn beruhigte sich etwas, beim oberen setzten starke Schmerzen ein und es wurde mit einer Wurzelbehandlung begonnen. Zu dem Zeitpunkt wurde ich aber auch schwanger, sodass der Zahn nicht geröntgt werden konnte.
    Die Wurzelbehandlung zog sich über mehrere Monate und letztenendlich habe ich mich entschlossen, den Zahn ziehen zu lassen, da die Schmerzen einfach nicht aufhörten.Dabei stellte sich heraus, das der Zahn eine 4. Wurzel hatte, die nicht behandelt wurde und man den Zahn nicht mehr hätte retten können.
    Der untere Zahn begann zeitgleich mit der Wurzelbehandlung des oberen Zahnes zu schmerzen, die Füllung fiel heraus und der Zahn blutete immer stark. Da von dem Zahn aufgrund der Schwangerschaft auch kein Bild existierte, wurde er immer nur wieder provisorisch verschlossen.
    Nach der Entbindung erfolgte ab November eine Wurzelbehandlung, die bis jetzt erfolglos blieb.
    Laut Rötgenbild sieht der Zahn beschwerdefrei aus, jedoch blutet der eine Wurzelkanal immer wieder,wofür es laut Zahnarzt keine Erklärung gibt und verursacht auch immer noch Schmerzen, auf dem Zahn kann ich auch nicht kauen.
    Jetzt stehe ich vor der Option Zahn ziehen oder eine Wurzelspitzenresektion machen lassen.
    Stellt dies dann eine entgültige Beschwerdefreiheit dar und kann dadurch das Bluten des Wurzelkanals behoben werden?
    Ich bin mir im Moment nicht sicher, ob ich nach monatelangen Schmerzen und wöchentlichen Zahnarztbesuchen jetzt noch einen Eingriff über mich ergehen lassen möchte mit ungewissem Ausgang, oder ob es besser wäre, den Zahn zu ziehen.
    Außerdem stille ich voll. Gäbe es da Probleme wegen der Betäubung oder einer Antibiotikagabe, im Falle einer Entzündung?

    Vielen Dank für Ihre Meinung im Voraus!

    1. Hallo,

      das letzte zuerst: Mit einer Betäubung sind keine Probleme verbunden (Mehrmalige Rücksprache mit mehreren Gynäkologen). Mit Antibiotika ist das allerdings so eine Sache. Ein Schulmediziner wird hier wahrscheinlich auch keine Probleme sehen. Ich bin kein Freund von Antibiotika und verschreibe sie nur sehr selten wenn es gar nicht anders geht. Möglich wäre es sicherlich trotz des Stillens.
      Eine endgültige Beschwerdefreiheit kann Ihnen auch nach einer Wurzelspitzenresektion (WSR) niemand garantieren. Wenn es ständig aus dem Kanal blutet kann das mehrere Ursachen haben:
      – im Wurzelspitzenbereich ist noch ein Rest des entzündeten Nervs vorhanden (würde auch die Schmerzen erklären) => der Zahn müsste noch weiter bis zur Wurzelspitze aufbereitet und gereinigt werden
      – Der Wurzelkanal wurde zu lang aufbereitet => Blutung aus dem Knochen => entweder WSR (zwingend) oder Zahn ziehen
      – beim Aufbereiten wurde eine „via falsa“ (falscher Weg) produziert => passiert sehr selten bei sehr engen und stark gekrümmten Kanälen => meist nur noch Extraktion (Zahn ziehen) möglich

      Die Schmerzen lassen jedoch einen Restnerv vermuten – vielleich existiert auch noch ein zusätzlicher Kanal – per Ferndiagnose schwer zu sagen
      Es müsste abgeklärt werden woher die Blutung aus dem Kanal kommt. Falls es noch einen Restnerv gibt hat die Wurzelkanalbehandlung immer noch Aussicht auf Erfolg. Andernfalls WSR oder Extraktion (auch abhängig davon „wieviel von dem Zahn noch da ist“)

      1. Hallo Dr Schmidt,
        ich danke Ihnen sehr für die schnelle und ausführliche Antwort.
        Laut Zahnarzt befindet sich nichts mehr in dem Zahn, das Schmerzen bereiten könnte.
        Das Röntgenbild wurde mit diesen netten Nadeln im Zahn gemacht, darauf war auch nichts zu sehen, laut Zahnarzt wäre der Zahn einwandfrei. Seit 6 Wochen haben ich jetzt eine provisorische Füllung und Cacidstifte in den Wurzelkanälen.
        Von dem Zahn an sich ist nicht mehr viel übrig.Bei jeder Wurzelbehandlung wurde weiter aufgebohrt und die Füllung immer größer.
        Ein schönes Wochenende wünsch ich Ihnen!

        1. …..das klingt dann wohl doch eher nach Extraktion. Calciumhydroxidspitzen wurden zu meiner Studienzeit in der Uni getestet – wenn diese Spitzen trocken in den Kanal gegeben werden haben sie absolut KEINE Wirkung. Bei Schmerzen empfiehlt es sich eine Paste aus Ledermix und Calxyl anzumischen und diese in den Kanal einzubringen. Ein bakteriendichter Verschluss ist ebenfalls zwingend erforderlich – entweder mittels eines definitiven Füllungsmaterials ( Compomer oder Composit ) oder IRM-Zement. Ein Verschluss mit Cavit ( Knetmasse, die unter Flüssigkeitszufuhr (Speichel) fest wird ) ist Pfusch.
          Ich wünsche Ihnen alles Gute!

          1. Danke für Ihre ehrliche Meinung!
            Sowas ist echt doof,weil man selbst keine Ahnung von dem Gebiet hat und sich auf die Aussagen und das Handeln des Zahnarztes verlassen muss.
            Aber ich werde Montag darauf drängen den Zahn zu ziehen.Gestern hat sich der Zahnarzt zwar plötzlich gesträubt („der schöne Zahn,Sie sind noch so jung,eine WSR löst alle Probleme und der Zahn bleibt lange erhalten…“) Aber laut Ihren Aussagen möchte ich das Drama lieber beenden und entgültig Ruhe haben.
            Vielen Dank für Ihre Zeit und Ihre ausführlichen Antworten.
            Ich finde es toll, das Sie so eine Beratung anbieten!
            Ein schönes Wochenende und auch für Sie alles Gute!

          2. Hallo nochmal,

            ich wollte nur nochmal darauf hinweisen, dass eine Beratung für Ihren speziellen Fall ohne Röntgenbild und ohne eigene Untersuchung nicht verbindlich sein kann. Ich denke zwar, dass nach Ihrer Schilderung eine Extraktion die sauberste Lösung wäre, aber die Entscheidung liegt ganz allein bei Ihnen. Für eine genaue Beurteilung müsste ich die Situation einmal selbst gesehen haben……

  46. Hallo zusammen,
    im vergangenen Jahr hatte ich am Zahn 26 eine WSR. Es war schon die zweite WSR an diesem Zahn. Schmerzen kamen wieder, Zahn im Oktober gezogen.
    Vor vier Wochen der gleiche Schmerz an Zahn Nummer 27. Es wurde eine WSR gemacht, es war auch schon die zweite an diesem Zahn. Allerdings nur an der Innenseite (Gaumen).
    Die üblichen Schmerzen nach dem Eingriff waren schnell vorbei. Etwa zehn tage nach dem Eingriff kehrten Schmerzen (leichter Druckschmerz, ich baruche keine Schmerztabletten) zurück. Mein Zahnarzt hat sich das angeschaut, es sei alles ok und es dürfe auch noch ein bis zwei Wochen schmerzen. Nach vier Tagen waren die Schmerzen tatsächlich komplett weg, das dauerte aber nur vier Tage. Dann zehn Tage wieder Schmerzen (leichter Druckschmerz, ich baruche keine Schmerztabletten) . Ich wieder zum Zahnarzt: Er sagte, das sei normal, am Zahn sei nichts mehr. Es könne noch bis zu sechs Monate immer mal wieder schmerzen!!! Jetzt seit zwei Tagen mal wieder Ruhe. Trotzdem: Mir lässt das keine Ruhe. Habe Angst, dass es schon wieder entzündet ist. Oder kann es nach einem Eingriff wirklich so lange noch zu Beschwerden kommen?
    Danke für Antworten.

    1. Die Ursachen können vielfältig sein. Da es sich um 2 direkt nebeneinander liegende Zähne handelt, könnte ich mir auch einen von der Muskulatur projezierten Schmerz vorstellen. (Dazu müssten aber ein paar Untersuchungen gemacht werden , um den Verdacht zu erhärten) Grundsätzlich ist zu sagen: Wenn die erste Resektion keinen (dauerhaften) Erfolg gebracht hat ist es mit der zweiten Resektion mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht anders. Ich rate meinen Patienten oft schon von der ersten Resektion ab (kommt immer auf den jeweiligen Fall an) aber grundsätzlich immer von einer zweiten Resektion. So schön ist es ja auch nicht sich operieren zu lassen; und wenn man davon ausgehen kann, dass dasselbe innerhalb von 1-2 Jahren wieder kommt stellt sich die Frage (die jeder für sich selbst beantworten muss) ob es das wert ist. Sie können sicherlich auch zu einem Spezialisten für Endodontie (Wurzelkanalbehandlung) gehen. Der nimmt sich viel Zeit und säubert den Zahn so gut wie es eben geht (unter Mikroskop). Eine Garantie, wie lange es dann gut geht kann der Ihnen aber auch nicht geben und für einen Backenzahn müssen Sie mit einem Aufwand von 3-4 Stunden rechnen. Dafür werden Ihnen dann privat zwischen 1000 und 1500 EUR in Rechnung gestellt (die danach in aller Regel zwingend notwendige Krone noch nicht eingerechnet) – dafür bekommen Sie schon fast ein Implantat. Das Implantat ist dann aber eine saubere Sache, bei der man davon ausgehen kann, dass Sie die nächsten 10-15 Jahre (mindestens) Ruhe haben. Meine Empfehlung (ohne Gewähr): Zahn ziehen lassen – 3-6 Monate warten bis die Wunde vollkommen abgeheilt ist – Implantat setzen lassen

      1. Hallo Herr Schmidt,
        ich verstehe gar nicht warum Sie ständig von den WSR abraten, mir wollte ein Kieferchirug einen Zahn ziehen, bei dem ein Jahr zuvor eine WPR durchgeführt wurde. Ich war empört und bin zu einem anderem Kieferchirurgen gegangen, ein ARzt der WIRKLICH noch Arzt ist um nicht nur GELD zu machen. ER hat den Zahn operiert u. ich hab seit dem Ruhe. INSGESAMT hatte ich schon 6 Wurzelspitzenresektionen und ich kann nur JEDEM raten das zu machen und sich auf keinen FALL voreilig den Zahn ziehen zu lassen ! JEder Zahn der erhalten werden kann ist BESSER als ein Implantat!
        Grüße
        I. Schmidt

        1. Hallo Frau Schmidt,

          wenn das bei Ihnen so gut funktioniert, freut mich das – leider sieht es meiner Erfahrung nach einfach anders aus. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch – auch ich bin prinzipiell dafür Zähne möglichst zu erhalten – aber nicht um jeden Preis. Wenn dabei das Allgemeinbefinden auf dem Spiel steht (Patienten mit multiplen Vorerkrankungen) ist es oft besser sich von so einem Zahn zu trennen. Auch kommt es darauf an, ob der Zahn für eine (festsitzende) Versorgung wichtig ist, oder nicht. Wenn beispielsweise mit einem solchen Zahn noch eine festsitzende Versorgung machbar wäre, ohne den Zahn aber nicht, würde ich auf jeden Fall zur WSR raten.
          Häufig sind die Entzündungen an den Wurzelspitzen aber auch auf einem „normalen“ Röntgenbild nicht zu sehen und Schmerzen haben sie in den seltensten Fällen. Wenn sie von sich ein DVT machen lassen würden (3D-Röntgen) – ich würde wetten, dass von den 6 WSR mindestens 1-2 eine (kleine) Entzündung an der Wurzelspitze haben. Wenn Sie gesundheitlich gut drauf sind und keine großartigen Allgemeinerkrankungen haben, mag Sie das nicht stören. Viele Menschen haben aber mit Diabetes, Bluthochdruck, Herzkrankheiten, etc. zu kämpfen. In einem solchen Fall steht der Zahnerhalt sicherlich nicht an erster Stelle. Hier ist darauf zu achten, unnötige Belastungen für das Immunsystem so weit wie möglich zu reduzieren.
          Es ist eben nicht wie in der Schule, wo jeder Lehrer sein Fach für das wichtigste hält. Zahnerhalt ist wichtig und steht bei uns ganz oben auf der Liste. Trotzdem gibt es wichtigeres im Leben und im Gegensatz zu vielen anderen Organen ist ein Zahn vergleichsweise leicht zu ersetzen.

          Mit freundlichen Grüßen
          Dr. Achim Schmidt

  47. 2010 wurde einer meiner unteren Backenzähne wurzelbehandelt. Über die Behandlung will ich nix sagen, nur dass diese Erfahrung äußerst unangenehm gewesen ist und der Anfang einer starken Angst vor Zahnärzten. Drei Monate später bekam ich plötzlich grausame Schmerzen an dem Zahn, allerdings nur einen Tag, dann war es vorbei, schlagartig. Ein Jahr später bekam ich wieder Schmerzen an dem Zahn, dieses Mal bekam ich Antibiotika mit dem Hinweis auf eine Resektion. Bis heute war der Zahn ruhig und problemlos. Heute morgen hatte ich wieder Schmerzen und nehme nun Antibiotika. Mein Zahnarzt hat mir eine Resektion vorgeschlagen und sagte, er würde es versuchen, vielleicht würde es gutgehen. Ich allerdings habe da so meine Zweifel. Die Kröne wackelt, kann also meiner Meinung nach nicht wirklich dicht sein, so dass die Entzündung bald wiederkommt.

    1. Eine Ferndiagnose ist immer eine schwierige Sache. Erkläre ich Ihnen alles was sein könnte, schreibe ich 3 Seiten und Sie blicken zum Schluß nicht mehr durch. Deshalb so kurz wie möglich:
      Sie sagen, dass die Krone wackelt. Ich bezweifle, dass die Krone auf dem Zahn wackelt (würde spätestens nach ein paar Tagen rausfallen), sondern ich gehe davon aus, dass der ganze Zahn mitsamt der Krone wackelt. Dies kann durch eine Entzündung kommen oder auch durch Parodontitis. Egal warum der Zahn wackelt – bei einer Resektion wird ein Stück der Wurzel abgeschnitten; somit hat der Zahn danach weniger Halt und wird noch mehr wackeln. Das Wurzelkanalsystem lässt sich einfach nicht 100%ig reinigen. Die im Zahn verbliebenen Reste belasten das Immunsystem mehr oder weniger stark. Oft ist es so: Geht es Ihnen gut => spüren Sie den Zahn nicht. Geht es Ihnen nicht so gut => spüren Sie den Zahn. Das kommt daher:
      Wenn Sie gesund sind hat das Immunsystem genügend Reserven den Prozess am Zahn im Schach zu halten; geht es Ihnen nicht gut, wird das Immunsystem so stark belastet, dass die Ressourcen nicht mehr ausreichen um den Zahn komplett „ruhig zu stellen“ => Sie spüren den Zahn. Der Prozess (auch wenn man ihn auf dem Röntgenbild nicht sieht) stellt eine Dauerbelastung dar. Sie können es mit der Resektion versuchen um damit vielleicht 1-2 Jahre zu gewinnen (sicherlich nicht mehr). Die sauberere Lösung ist den Zahn zu entfernen. Wie gesagt: Ferndiagnosen sind ohne Gewähr! Ich wünsche Ihnen alles Gute!

  48. Hallo,

    vor sieben Jahren wurde der vorletzte Backenzahn unten rechts Wurzelbehandelt. Ca. 2 Jahre später bekam ich wieder Probleme mit diesem Zahn, auf Röntgenaufnahmen sah man eine Entzündung an der Wurzelspitze. Aus diesem Grund wurde der Zahn revidiert Wurzelbehandelt. Auf den direkt danach gemachten Röntgenaufnahmen sah es so aus, als ob die Entzündung nicht mehr da wäre. Nun aber ein Jahr danach, habe ich wieder Probleme mit dem Zahn und er tut weh. Auf den neugemachten Röntgenaufnahmen ist wieder eine Entzündung zu sehen. Nun wird mir angeraten eine Wurzelspitzenresektion durchzuführen, jedoch würde ich den Zahn lieber ziehen lassen, um nicht schon wieder erneut Probleme nach der Resektion zubekommen. Aber die von mir gefragten Zahnärzte wollen den Zahn nicht ziehen, da er außer eine Wurzelfüllung keine Karies hat und es zu schade um diesen Backenzahn wäre.
    Was würden Sie mir raten?

    1. Das ist als Ferndiagnose nicht ganz einfach. Sicherlich haben Sie die Chance, dass es nach der Resektion erstmal für einige Zeit gut ist (kommt aber mit Sicherheit irgendwann wieder!) und Sie damit ein paar Jahre gewinnen. Andererseits ist davon auszugehen, dass Sie auch nach der Resektion nicht dauerhaft Ruhe haben. Wenn eine Resektion Sinn machen soll, sollte der Zahn unmittelbar vorher nochmals revidiert werden, um wirklich definitiv eine Reinfektion über den Wurzelkanal ausschliessen zu können. Dies ist normalerweise eine Privatleistung und es kann Ihnen niemand garantieren, dass es danach wirklich gut ist. Die sauberere Lösung wäre wirklich, sich den Zahn entfernen zu lassen und die Lücke dann entweder mit einer Brücke oder mit einem Implantat zu schliessen. Wenn Sie kein gutes Gefühl bei der Resektion haben und den Zahn lieber gezogen hätten, dann ist es vielleicht das Beste für Sie. Eine Belastung des Immunsystems durch den Zahn kann man jedenfalls nur dann mit Sicherheit ausschliessen, wenn er draussen ist. Schlafen Sie nochmal drüber und horchen Sie in sich hinein. Die Entscheidung die daraus entsteht ist für Sie mit Sicherheit die Richtige.

  49. Hallo,

    ich hatte vor gut einem Jahr eine Wurzelbehandlung (Entfernung der Wurzel). Bei der damaligen Wurzelbehandlung konnte der Oralchirurg in einem der Kanäle die Entfernung des Nerves nicht durchführen, da der Kanal gekrümmt ist/ungünstig liegt und er mit seinen Instrumenten nicht weiter kam. Er selbst sagt, hätte er die Wurzelbehandlung nicht selbst durchgeführt, würde er den Zahn wieder aufmachen und versuchen die Wurzel zu entfernen. Da er die Behandlung durchgeführt hat, weiß er das es nicht möglich ist. Die Prognose nach der Behandlung war dann entweder a. ich habe Glück und der Zahn lässt mich in Ruhe oder b. der meldet sich irgendwann mit Schmerzen zurück und dann müsste man über eine Wurzelspitzenresektion nachdenken.
    Der Zahn puckerte ab un an mal, wirkliche Schmerzen hatte ich bis dahin nicht.

    Vor drei Wochen riss es mich dann vor Schmerzen um, sodass auch keines der handelüblichen Schmerzmittel anschlug. Zwei verschiedene Röntgenaufnahmen (Notfallzahnarzt und Oralchirurg) zeigten, dass der Nerv an besagtem Zahn (Unterkiefer, linke Seite, dritter Backenzahn von hinten) entzündet/vereitert war.
    Ich bekam darauf hin Antibiotikum, damit sich das Ganze beruhigt. Dazu habe ich die Wahl: a. Wurzelspitzenresektion oder b. Zahn ziehen, anschließend Implantat und Krone drauf.

    Nächste Woche habe ich den Termin. Seit Wochen überlege ich, was ich nun mache. Für mich steht jetzt die Angst vor dieser OP mit den anschließenden Schmerzen dem Verlust meines Zahnes und Kosten von ca. 1500-2000 € für Implantat und Krone entgegen.
    Eine Zahnzusatz-Versicherung habe ich noch nicht. Werde aber wohl demnächst eine abschließen.

    Ich habe wirklich massive Angst vor der OP, möchte aber auch keine Vollnarkose. Dazu kommt, dass ich laut Prognose vom Oralchirurg die Tage danach auch noch Schmerzen haben werde. Das will ich alles nicht bzw. macht es mir auch viel zu viel Angst, dass die Sache nicht abheilt, sich andere Entzündungen rund um den Zahn bilden oder der Zahn einfach immer noch keine Ruhe gibt.

    Aufgrund dieser Angst tendiere ich schon fast zum Ziehen des Zahnes. Ich weiß aber nicht, ob auch damit Probleme einhergehen, an die ich als Laie überhaupt nicht denke. (Kann der Körper z.B. das Implantat abstoßen? Kann es hier auch zu Entzündungen kommen? Nehmen die umliegenden Zähne Schaden vom Einsetzen eines Implantates, einer Krone?)

    Oder es vielleicht noch eine alternative Empfehlung?

    1. Die „sauberste“ Lösung ist mit Sicherheit die Extraktion (Zahn ziehen). Auch nach einer Wurzelspitzenresektion kann man nicht sicher sagen, wie lange der Zahn noch hält. Eine Schädigung der Nachbarzähne durch Implantat/Krone ist nicht zu befürchten.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Achim Schmidt

      P.S.: Entschuldigen Sie bitte die stark verspätete Antwort.

  50. Hallo,
    weil es mich gerade akut betrifft: Hatte vor 3 Tagen die WSR und gleichzeitig eine Wurzelbehandlung. Ich wurde von meinem Zahnarzt mit Verdacht auf Wurzelbruch im 1.3 zu dem Oralchirurgen weiter empfohlen. Nach einigen Röntgenbildern erhärtete sich der Verdacht nicht, sondern es wurde auf Pulpitis getippt. Ich bin deshalb zum Zahnarzt, da der betroffene Zahn vor allem von unten extrem druckempfindlich war, es genügte Berühren mit der Zunge.
    Seit der WSR sind aber die umliegenden Zähne wiederum druckempfindlich, ich vermute, dass diese bei der OP entsprechend belastet worden sind, da ich schon in den Jahren vorher durch Fehlbiss selbst Druck auf die Schneidezähne ausgeübt habe, die sich dann „erschüttert“ anfühlten, was einige Tage anhielt. Jetzt bleibt abzuwarten, was das Ganze gebracht hat. Mein Kommentar deshalb, da die Variante WSR ohne vorherige Wurzelbehandlung nicht genannt wurde..
    MfG

      1. Hallo Herr Dr. Schmidt,

        zunächst vielen Dank für die rasche Antwort. Ich wollte nun noch den weiteren Verlauf abwarten, muss aber nun nach 3 Monaten feststellen, dass ich im resezierten Bereich (erträglichen) Druckschmerz verspüre und auch beim Tasten von außen (im vermuteten OP-Bereich) diesen Schmerz auslösen kann. Das Missempfinden ist größer bei bestimmten Mundbewegungen wie z.B. Schürzen der Lippen, in Ruhe oft nur wenig vorhanden. Nun meinte der Oralchirurg er könne am angefertigten Röntgenbild nur erkennen, dass der Knochenaufbau kaum stattgefunden hatte und will erneut eine Revision des gesamten Bereichs versuchen. Meine Begeisterung ist dementsprechend in Grenzen. Um aber vor allem auch noch mal Ihre Variante 1 aufzugreifen: Ich kann kaum etwas darüber finden, dass in einem gleich die WSR durchgeführt wird ohne den Erfolg einer Wurzelbehandlung abzuwarten. Der 3er im Oberkiefer hat ja nun nicht sooo „schwierige“ Wurzelverhältnisse…

        1. Variante 1 besagt, dass eine WSR dann sinnvoll sein kann, wenn man sich sicher ist, dass nicht von oben durch den Kanal ständig neue Bakterien kommen (neue, absolut dichte Wurzelfüllung) und die Entzündung unter dem Zahn nicht binnen 5-9 Monaten von selbst ausheilt.
          Eine sofortige WSR wird nur dann gemacht, wenn das Formen am Apex („das Loch an der Wurzelspitze“) so groß ist, dass Wurzelfüllmaterial beim Verschliessen des Kanals über den Zahn in den Knochen laufen würde. Dies ist eher die Ausnahme, kann aber bei Überinstrumentierung oder Resorptionen im Bereich der Wurzelspitze ab und zu mal vorkommen.

          Mit freundlichen Grüßen
          Dr. Achim Schmidt

          1. Sehr geehrter Herr Dr. Schmidt,

            vor gut einem Jahr hatte ich bereits einen Kommentar geschrieben, inzwischen bin ich einige Schritte weiter – aber nicht schlauer. Ich habe mich in die Hand eines als Spezialisten ausgewiesenen „Endo-Fachmanns“ begeben, da auch an anderen Zähnen tiefe Füllungen vorhanden waren. Bisher wurden seit Januar 2014 6 weitere Wurzelbehandlungen durchgeführt, sowie eine Revision einer alten WB und die Revision der WB am WSR-Zahn. Die Extraktion eines Zahnes war ebenfalls notwendig. Dies alles sollte zur Vorbereitung einer „Full-Mouth-Rehabilitation“ führen, ist nun aber ins Stocken geraten, da ich an diversen WB-Zähnen leichte bis mittlere Schmerzen im „Unterbau“ habe. So wurde der Zahn 6 im UK rechst entfernt, bei den Zähnen 5 und 7 eine WB durchgeführt, danach sollte eine Brücke eingesetzt werden. Leider sind die Zähne 5 und 7 auch heute noch druckempfindlich von oben, so dass die Lücke nach wie vor vorhanden ist, aber entzündliche Vorgänge sind am Röntgenbild nicht zu erkennen. Oben rechts wurde vor vier Wochen 3x WB durchgeführt, nachdem eine schon im Frühjahr 14 erfolgte. Ein Zahn ist seht druckempfindlich, Schmerz kann schon durch Zungendruck ausgelöst werden, ein weiterer durch seitlichen Druck. Auch dort sind keine Entzündungen darstellbar. Allerdings gab es bei fast allen Zähnen Entzündungen im Bereich der Zahnwurzel, so dass bei der WB nachgespritzt werden musste und es auch blutete. Nach Stillen der Blutung wurde die WB fertiggestellt. An und für sich sollten nun die WB-Zähne für Kronen beschliffen werden, aber ich habe Angst, dass dann der Schmerz sich eher verschlechtert als verbessert, denn momentan beiße ich dort „dank“ meines Fehlbisses nur selten auf. Ich weiß nun nicht, wie lange man abwarten soll oder ob man die Überkronung riskieren sollte oder eine ganz andere LÖsung nötig ist. Eine Zweitmeinung sprach davon, dass man die Schmerzen erst in Griff bekommen müsste (aber ohne Möglichkeit wie..).
            Ibuprofen und sonstige NSAR sind bei mir nicht einsetzbar (Magenbluten auch bei OMEP etc.)

            Es scheint Schmersituationen zu geben, deren Ursache nicht ohne Weiteres erkennbar ist, man tippte auch auf Schwächen des Immunsystems, da bei mir auch er Verdacht auf ein Reizdarmsymptom besteht…

          2. Hallo,

            ich halte es mit der Zweitmeinung: Solange akute Schmerzen bestehen würde ich die Zähne nicht überkronen lassen. Zur genauen Abklärung der WKB-Zähne schlage ich ein DVT (3D-Rö) vor. Auf einem DVT erkennt man deutlich mehr als auf einer Panorama-Aufnahme (OPG) oder einem Zahnfilm. Ansonsten kann ich Ihnen im Moment auch nicht weiterhelfen.

            Mit freundlichen Grüßen
            Dr. Achim Schmidt

      2. Sehr geehrter Herr Dr. Schmidt,

        für eine kurze Einschätzung zu folgender Frage wäre ich sehr dankbar:

        Vor ca. 3 Monaten wurde bei mir eine WKB begonnen (drittletzter Zahn links unten). Trotz regelmäßigen Spülungen hörten die Schmerzen beim Zubeißen nicht auf. Der Zahn wurde nie verschlossen sondern lediglich mit Watte gefüllt. Zweimal begann der Zahn richtig stark zu schmerzen, also nicht nur beim Zubeißen. Durch Spülungen vergingen die starken Schmerzen wieder, der Beißschmerz blieb aber bestehen.

        Jetzt schlägt mein Zahnarzt eine WSR vor. Wie sehen Sie hier die Erfolgsaussichten? Mein Fall passt nicht wirklich in eine Ihrer zwei Varianten von oben (zumindest meiner Ansicht nach).

        Vielen Dank für den Versuch einer Einschätzung!

        Schöne Grüße
        Sebastian Humer

        1. Hallo Herr Humer,

          wenn der Zahn von Anfang an keine Ruhe gegeben hat sind nach meiner Erfahrung die langfristigen Erfolgsaussichten nicht sehr gut. Wenn der Zahn 3 Wochen lang nur mit einer Watte verschlossen war, haben Sie jetzt sämtliche Bakterien, die in der Mundhöhle vorhanden sind in Ihrem Zahn. Da gehören sie aber nicht hin und sind von dort nur schwer wieder zu vertreiben. Wenn es wegen der Schmerzen nicht möglich ist, den Zahn nach ein bis zwei Tagen wieder bakteriendicht zu verschliessen, stehen die Chancen nicht sehr gut. Aus meiner Sicht haben Sie 2 Möglichkeiten:
          – Versuch des Erhalts des Zahns mittels WF mit simultaner WSR (Ortho-WSR)
          – Zahn entfernen lassen und Lücke mit Brücke oder Implantat schliessen

          Ich drücke Ihnen die Daumen!

          Mit freundlichen Grüßen
          Dr. Achim Schmidt

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