Was versteht man unter systemischer Zahnheilkunde?

Der Begriff „ganzheitlich“ ist in der heutigen Zeit fast allgegenwärtig. „Ganzheitlich“ will besser sein. Man versucht damit auszudrücken, dass man nicht nur sein Fachgebiet, sondern auch viele andere Bereiche im Auge hat.

In der Schulmedizin ist die Behandlung meist rein symptomatisch. Dies funktioniert bei akuten Geschehen wunderbar, versagt aber oft gänzlich bei chronischen Krankheiten. Während bei akuten Prozessen meist wirklich der Ort des Symptoms (Schmerz) mit dem Ort der Ursache identisch ist, sieht das bei chronischen Leiden ganz anders aus. Chronische Krankheiten bauen sich über lange Zeit auf. Die Ursachen sind vielfältig: Ungünstige Lebensführung, psychische Belastungen (Stress), Übersäuerung, usw. Irgendwann bringt man das „Fass zu überlaufen“ und das schwächste Glied in der Kette macht akute Schmerzen. Der Ort des Schmerzes ist hierbei aber so gut wie nie der Ort der Schmerzursache.

Das ist ein großes Problem unseres Gesundheitssystems: Methoden, die sich bei akuten Erkrankungen bewährt haben werden auch bei chronischen Beschwerden angewandt – hier jedoch meist erfolglos! Es wird nicht berücksichtigt, dass hier andere Gesetzmässigkeiten gelten.

„Ganzheitlich“ ist meist einfach nur schulmedizinisches (symptomatisches) Denken mit anderen „Medikamenten“ (Homöopathie und andere alternative Therapiemethoden). „Systemisch“ geht noch einen Schritt weiter. Hier versucht man wirklich durch Anamnese und Patientengesprächdie Ursache (den Auslöser) herauszufinden und dann entsprechend vorzugehen:

akutes Geschehen => schulmedizinischer Ansatz (symptomatisch) – Ort des Symptoms und Ort der Ursache sind gleich. Beispiel: Ein „Loch“ in einem Zahn => der betreffende Zahn tut weh => Entfernung der Karies und Füllung des Zahnes => Die Schmerzen sind beseitigt!

Chronisches Geschehen => ausführliche Anamnese (wann ist der Schmerz das erste Mal aufgetreten? Waren zu etwa dem selben Zeitpunkt andere interessante Ereignisse (Zahnbehandlung, psychische Belastung (Stress), etc.)? Gibt es ein bestimmtes Schmerzmuster (Ist der Schmerz tageszeitabhängig? Bei körperlicher Aktivität besser/schlechter? In Ruhe besser/schlechter? etc.)? => Ergründen der Schmerzursache (meist weit vom Ort des Schmerzes entfernt) => Beseitigung der Schmerzursache => Abklingen der Schmerzen

Wird dieses systemische Vorgehen bei chronischen Beschwerden nicht angewendet und man fokusiert sich auf den Ort des Schmerzes, kann man therapieren bis die Krankenkassen pleite sind! An den Schmerzen wird sich jedoch nichts ändern.

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